736 490 BFS

Corona: Update zum GKV-Schutzschirm

Schutzschirm und Finanzhilfen

Mit dem Gesetz zum Ausgleich finanzieller Belastungen in Gesundheitseinrichtungen infolge von COVID-19 („COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetz“) wurde für die vertragsärztliche Versorgung ein finanzieller Schutzschirm aufgespannt.

  • KBV fordert Verlängerung des Schutzschirms
    Die KBV appelliert derzeit an den Gesetzgeber, den im März 2020 eingerichteten Schutzschirm bis mindestens zum 1. Quartal 2021 zu verlängern. Sobald Näheres hierzu bekannt wird, werden wir Sie informieren!

Niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten, die aufgrund der Corona-Pandemie deutliche Umsatzrückgänge erleiden, erhalten unter bestimmten Voraussetzungen (s.u.) einen Honorarausgleich von 90 % des GKV-Gesamt-Honorars auf Basis des Vorjahresquartals.

Beispiel für die Berechnung einer Honorarausgleichszahlung: 
Gesamthonorar Vorjahres-Quartal (bspw. 2/2019)500.000,00€
Gesamthonorar Pandemie-Quartal (bspw. 2/2020)425.000,00€
90% des Honorars aus dem Vorjahres-Quartal450.000,00€
Honorarausgleich25.000,00€

Die regionalen Berechnungsmethoden für die Ausgleichszahlungen in den verschiedenen KV-Regionen weichen in den Details zwar eventuell voneinander ab. Die wesentlichen Voraussetzungen, um eine Corona-Ausgleichszahlung zu erhalten, stimmen nach dem hiesigen Kenntnisstand aber bundesweit überein:

  • Die Praxis muss eine Erklärung an die KV richten, die u.a. Nachweise über andere Entschädigungszahlungen enthält (in manchen KV-Regionen ist zudem ein Antrag auf Erhalt der Ausgleichszahlung notwendig).
  • Es muss ein Rückgang im aktuellen Gesamthonorar (extrabudgetäre + morbiditätsbedingte Gesamtvergütung) im Vergleich zum Vorjahresquartal von mind. 10 % vorliegen (die Vergütung für bestimmte Leistungen wird beim Vergleich der Gesamthonorare herausgerechnet, bspw. Notfalldienst, DMP, SKT). Es kommt hierbei übrigens nicht darauf an, ob die Budgets der Praxis in den Vergleichsquartalen über- oder unterschritten worden sind.
  • Die Behandlungsfallzahl muss aufgrund der Corona-Pandemie zurückgegangen sein (bspw. dürfen also keine Praxisschließungen, Krankmeldungen o.ä. den Fallzahlrückgang verursacht haben). Das heißt insbesondere, dass der Rückgang nicht auf einer Verkürzung der Praxisöffnungs- resp. Präsenzzeiten beruhen darf (25 Wochenstunden bei einer vollen Zulassung).
  • Ein ermittelter Ausgleichsbetrag wird um andere Entschädigungszahlungen vermindert, die eine Praxis in Folge der Epidemie ggf. erhalten hat (bspw. nach dem Infektionsschutzgesetz, aus Versicherungen oder Kurzarbeitergeld).
  • Es existieren Ausnahmeregelungen für die Berechnungsmodi, bspw. für Neupraxen, Konstellationswechsler oder in begründeten Ausnahmefällen auf Antrag.
  • BFS-Tipp
    Weisen Sie in Ihrer Quartalsabrechnung unförmlich (d.h. nicht notwendiger Weise in Gestalt eines Antrages) auf die besonderen Umstände für Ihre Praxis hin und dokumentieren Sie Ihre spezifische Situation bereits auf diese Weise.

Im individuellen Fall kann es sinnvoll sein, die Berechnung der Ausgleichszahlung auf die korrekte Umsetzung zu überprüfen und/oder eventuell einen Ausnahmefall für die betroffene Praxis geltend zu machen. Sprechen Sie uns an:

Kontakt