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Abrechnungs-Update: Erneute Verlängerung der Hygienepauschale

Hygienepauschale bis 30.06.2021 abrechenbar

Die Bundesärztekammer (BÄK), der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV-Verband) und die Beihilfekostenträger haben ihre gemeinsame Analogabrechnungsempfehlung für aufwändige Hygienemaßnahmen im Rahmen der COVID-19-Pandemie verlängert. Diese Verlängerung ist die logische Konsequenz aus den aktuellen Entwicklungen des Infektionsgeschehens in Deutschland.

Die Ziffer 245 analog ist nun bis einschließlich 30.06.2021 abrechenbar. Wir fassen das Wichtigste für Sie zusammen.

Update vom 13.04.2021

Die Bundesärztekammer hat die Abrechnungsempfehlung insoweit ergänzt, dass die Hygienepauschale nur bei unmittelbarem, persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt im Rahmen einer ambulanten Behandlung abgerechnet werden kann.

Das heißt, dass die Hygienepauschale im stationären Bereich überhaupt nicht mehr abgerechnet werden darf. Dies betrifft neben zugelassenen Krankenhäusern (§ 108 SGB V) nun auch Privatkliniken.

Voraussetzungen und Tipps zur Berechnung

Die Abrechnungsempfehlung gilt bereits seit dem 01.01.2021 und durch die erneute Verlängerung nun vorläufig bis zum 30.06.2021.

Die Berechnung nach Ziffer 245 GOÄ analog für erhöhte Hygienemaßnahmen im Rahmen der COVID-19-Pandemie ist weiterhin zum 1,0-fachen Satz in Höhe von 6,41 EUR möglich. Voraussetzung dafür ist jedoch der unmittelbare und persönlich Kontakt zwischen Arzt und Patient. Die Pauschale bleibt außerdem weiterhin nur einmal je Sitzung berechnungsfähig.

Eine Berechnung nach Ziffer 245 GOÄ analog für erhöhte Hygienemaßnahmen ist grundsätzlich neben der Ziffer 3 GOÄ in einer Sitzung möglich.  Voraussetzung dafür wiederum ist, dass der Abrechnungsausschluss nach Ziffer 3 GOÄ im Zusammenhang der Berechnung der Ziffer 245 GOÄ analog für erhöhte Hygienemaßnahmen nicht zur Anwendung gelangt. Der persönliche Kontakt zwischen Patient und Arzt bleibt dabei ebenfalls notwendig.

  • Tipp
    Ausführliche Informationen zu den Sonderregelungen der BÄK in Bezug auf Ziffer 3 GOÄ finden Sie in unserem Fachartikel.

Was weiterhin nicht möglich sein wird, ist eine gleichzeitige Steigerung der in ein und derselben Sitzung erbrachter Leistungen über den Schwellwert (z.B. 2,3-facher Satz) mit einer Begründung wie dem „erhöhten Hygieneaufwand“ z.B. aufgrund der Pandemiesituation.

Eine Steigerung anderer in derselben Sitzung erbrachter Leistungen über den Schwellwert (z.B. 2,3-facher Satz) ist hingehen möglich. Voraussetzung hierfür ist das Vorliegen sonstiger Erschwernisgründe, wie beispielsweise Blutung, Rezidiv oder ähnliches.

Wenn die Ziffer 245 GOÄ analog nicht berechnet wird und dennoch ein erhöhter Hygieneaufwand durch Steigerung der erbrachten Leistungen in Rechnung gestellt wird, ist diese Steigerung nicht pauschal und einmal für alle Leistungen zu begründen. Es muss für jede erbrachte Leistung, die in Rechnung gestellt wird, eine Steigerung verständlich und nachvollziehbar begründet werden.

Abrechnung psychotherapeutischer Leistungen

Auch für die Berechnung psychotherapeutischer Leistungen per Videosprechstunde hat die BÄK Empfehlungen ausgesprochen.

Die Erst- bzw. Eingangsuntersuchung darf demnach nur in absoluten Ausnahmenfällen überhaupt per Videosprechstunde erfolgen und nur unter der Voraussetzung, dass sich diese Ausnahmefälle aus den Umständen der anhaltenden Pandemiesituation ergeben. Ausnahmefälle sind nachvollziehbar zu begründen, da auch hier im Regelfall der unmittelbare Art-Patienten-Kontakt Voraussetzung ist.

Bereits begonnene psychotherapeutische Behandlungen können wiederum nur in Einzelsitzungen per Videosprechsunde durchgeführt werden. Gruppentherapien können hingegen nicht mithilfe der Videoübertragung durchgeführt werden.

Auch diese Abrechnungsempfehlungen gelten zunächst bis zum 30.06.2021.

Für eine individuelle Beratung zu Ihrer Abrechnung sprechen Sie uns gerne jederzeit an!

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