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Abrechnungs-Update: Abrechnungsempfehlungen verlängert

++ Update vom 04.10.2021 ++

Die BÄK und die BZÄK haben ihre Abrechnungsempfehlungen zur Hygienepauschale letztmalig bis 31.12.2021 verlängert.

Die aktuellen Fristen finden Sie in unserem Update-Artikel.

Zum Update

Hygienepauschale

Die Bundesärztekammer (BÄK) hat ihre Abrechnungsempfehlungen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie verlängert. Diese gilt ab dem 01.01.2021 bis einschließlich zum 30.09.2021.

Für jeden Arzt-Patienten-Kontakt, kann ein pauschaler Rechnungsaufschlag über die Nr. 245 GOÄ analog für den erhöhten Hygieneaufwand einmal pro Sitzung abrechnet werden.

  • Zu beachten gilt: Die Hygienepauschale ist nur bei unmittelbarem Arzt-Patienten-Kontakten abrechnungsfähig im Rahmen einer ambulanten Behandlung, das heißt bspw. nicht in der Videosprechstunde oder im Falle einer Leichenschau.

Im Zeitraum vom 9. April 2020 bis einschließlich zum 30. September 2020 konnte die Hygienepauschale mit dem max. 2,3-fachen Faktor abgerechnet werden.

Seit dem 1. Oktober bis zum 30.09.2021 kann die Nr. 245 GOÄ analog weiterhin abgerechnet werden, allerdings nur noch mit dem 1,0-fachen Satz in Höhe von 6,41 €. Die Auslagen – insbesondere die verwendeten Materialien – sind bereits in der Pauschale enthalten.

Eine gleichzeitige Steigerung über den Schwellenwert anderer in derselben Sitzung erbrachten Leistungen mit der Begründung des erhöhten Hygieneaufwandes ist nicht zulässig.

Auch die BZÄK verlängert Abrechnungsfähigkeit der Hygienepauschale

Das Beratungsforum für Gebührenordnungsfragen (getragen von der BZÄK, der PKV und der Beihilfe) hat mit Beschluss Nummer 40 die Berechnungsmöglichkeit der Hygienepauschale GOZ 3010a bis zum 30.09.2021 verlängert. Die Berechnung ist weiterhin nur zum 1,0-fachen Faktor möglich.

Alternativ kann die Berechnung zum Ausgleich der aufgrund der COVID-19-Pandemie entstehenden erhöhten Kosten für Schutzkleidung und Desinfektionsmittel nach Auffassung der BZÄK auch

  • durch Berücksichtigung des Sterungssatzes nach § 5 GOZ bzw.
  • über den Abschluss einer Honorarvereinbarung nach § 2 GOZ

ausgeglichen werden. Der Zahnarzt kann unter Berücksichtigung seiner individuellen betriebswirtschaftlichen Voraussetzungen entscheiden, welchen Weg er wählt.

Grundsätzlich ist die Hygienepauschale nur bei privatversicherten Patienten berechnungsfähig. Voraussetzung für die Berechnung der Hygienepauschale nach GOZ 3010a bei gesetzlich versicherten Patienten ist die Inanspruchnahme einer Privatleistung.

Der MKG-Chirurg hat in Abhängigkeit der operativen Hauptleistung und Rechnungsstellung Zugriff auf die jeweilige Hygieneziffer aus GOÄ oder GOZ. Erstellt er die Rechnung wegen der erbrachten Hauptleistung nach den Vorgaben der GOZ, ist die GOZ 3010a als Hygienepauschale berechnungsfähig. Erstellt er die Rechnung wegen der erbrachten Hauptleistung nach den Vorgaben der GOÄ, ist als Hygienepauschale die GOÄ 245a berechnungsfähig.

Berechnung psychotherapeutischer Leistungen per Videoübertragung

Auch die Berechnung psychotherapeutischer Leistungen per Videosprechstunde wurde von der BÄK verlängert.

Erst- bzw. Eingangsuntersuchungen dürfen nur in absoluten Ausnahmefällen per Videosprechstunde stattfinden, diese Ausnahmefälle sind nachvollziehbar zu Begründungen. Im Regelfall ist hier der persönliche Arzt-Patienten-Kontakt erforderlich.

Bereits begonnene psychotherapeutische Behandlungen können per Videosprechstunde stattfinden, allerdings nur als Einzelsitzungen, Gruppentherapien sind nicht zulässig.

Auch diese Abrechnungsempfehlungen gelten bis zum 30.09.2021.

 Vorstellung des Patienten in einer Videokonferenz

Innerhalb einer interdisziplinären und/oder multiprofessionellen Videokonferenz kann ein Patient zur Diagnosefindung und/oder Festlegung eines fachübergreifenden Behandlungskonzeptes vorgestellt und die Leistung nach Nr. 60 GOÄ abgerechnet werden.

Diese Abrechnungsempfehlung gilt bis zum 30.09.2021.

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