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Update: Abrechnungsempfehlungen für (Zahn-)Ärzte

Abrechnungsempfehlungen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie erneut verlängert

Die Bundesärztekammer (BÄK) hat ihre Abrechnungsempfehlungen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie verlängert. Dies ist stellenweise auch für Zahnärzte wichtig!

Hygienepauschale

Die Ziffer 245 GOÄ analog konnte für Behandlungen im Zeitraum vom 9. April 2020 bis einschließlich zum 30. September 2020 mit dem max. 2,3-fachen Faktor im Rahmen eines privatärztlichen Behandlungsverhältnisses abgerechnet werden.

Seit dem 1. Oktober bis nun einschließlich zum 31. März 2021 kann die Ziffer 245 GOÄ analog weiterhin mit dem 1,0-fachen Satz in Höhe von 6,41 € abgerechnet werden.

  • Für die Zahnärzte wurde der Hygienezuschlag mit der Ziff. 3010a GOZ für den Zeitraum 1. Oktober bis 31. März 2021 ebenfalls mit der Einschränkung verlängert, dass nur noch der einfache Gebührensatz (6,19 €) abrechenbar ist. Für MKGler gilt, sofern die Rechnung rein ärztlich ist oder die (operative) Hauptleistung der Rechnung ärztlich ist, die von der BÄK und nachfolgend näher erläuterte Regelung.

Im Einzelnen gelten folgende Voraussetzungen bei der Abrechnung der Hygienepauschale mit der Ziff. 245 GOÄ analog:

  • Ausschließlich mit dem 1,0-fachen Satz abrechnungsfähig (6,41 €)
  • Nur bei unmittelbaren persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt
  • Nur i. R. v. ambulanten Behandlungen
  • Einmal je Sitzung
  • Neben der Ziff. 3 GOÄ in derselben Sitzung möglich
  • Eine Faktorsteigerung über den Schwellensatz kommt mit der Begründung des erhöhten Hygieneaufwandes nicht in Frage, wenn zugleich die Hygienepauschale abgerechnet wird.
  • Für den Fall, dass Sie die Ziffer 245 GOÄ analog abrechnen, können Sie den Faktor einer Leistung aber unter den bekannten Bedingungen über den Schwellenwert (bspw. 2,3-facher Satz) steigern: wenn die Leistungserbringung bei einer Ziffer durch andere Umstände erschwert war, die nicht auf dem erhöhten Hygieneaufwand beruhen (bspw. erhöhter Zeitaufwand bei längerem Gesprächsbedarf).Eine Steigerung der anderen in derselben Sitzung erbrachten Leistungen kommt nur (!) aufgrund anderer Erschwernisgründe in Frage (bspw. Rezidiv, Blutung etc.)
  • Sofern eine stationäre Behandlung in einem zugelassenen Krankenhaus erfolgt, ist der entsprechende Hygienezuschläge nach Maßgabe des Krankenhauszukunftsgesetzes abrechnungsfähig. Nicht jedoch die Ziff. 245 GOÄ analog.
  • Wenn die Ziff. 245 GOÄ analog nicht berechnet wird und der erhöhte Hygieneaufwand durch die Steigerung der erbrachten Leistungen in Rechnung gestellt wird, muss die Steigerung für jede einzelne Leistung verständlich und nachvollziehbar begründet. Pauschalbegründungen kommen hierbei nicht in Frage.
  • Bei einer Leichenschau ist die Ziff. 245 GOÄ analog nicht abrechnungsfähig. Denn hier ist die Voraussetzung eines Arzt-Patienten-Kontaktes nicht gegeben. Ggf. kann bei einem erhöhten (Zeit-)Aufwand bei besonderen Todesumständen die Ziff. 102 GOÄ berechnet werden.
  • Die Hygienepauschale ist bei allen Patienten, die im Normal-, Standard-, Basis- und KVB-Versicherungstarif versichert sind anwendbar.. Eine Besonderheit besteht lediglich bei den Postbeamten: für Versicherte der Mitgliedergruppe B ist die Hygienepauschale abrechnungsfähig, für die Mitgliedergruppe A jedoch nicht! Für letztere erfolgt die Abrechnung über einen Vertrag mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung; die Abrechnungsempfehlung (= Vereinbarung zwischen BÄK, PKV-Verband und Beihilfekostenträgern) umfasst diese Versicherten daher nicht. Weitere Details und Informationen zur Abrechnung der Hygienepauschale finden auf der Themenseite der BÄK.

Psychotherapie in der Videosprechstunde

Psychotherapeutische Leistungen können weiterhin per Videoübertragung bis zum 31. Dezember 2020 abgerechnet werden. Dies betrifft die Ziffern zur Eingangsdiagnostik, Indikationsstellung und Aufklärung (Ziff. 801, 807, 808, 860, 885 GOÄ) und für die Therapie-Leistungen (Ziff. 804, 806, 817, 846, 849, 861, 863, 870, 886 GOÄ). Die von der BÄK definierten Abrechnungsvoraussetzungen sind (unverändert) einzuhalten:

  • Erst- und Eingangsuntersuchungen sollen nur in absoluten Ausnahmefällen per Videoübertragung erbracht werden, sofern es sich aus Umständen der COVID-19-Pandemie ergibt. Der Regelfall für Erst- und Eingangsuntersuchungen zur Psychotherapie ist der unmittelbare Arzt-Patienten-Kontakt. Die pandemiebedingten Ausnahmefälle sind in der Abrechnung zu begründen.
  • Begonnene psychotherapeutische Behandlungen können als Videoübertragung nur in Einzelsitzungen durchgeführt werden (keine Gruppentherapie über Videoübertragung).

Konsile in der Videosprechstunde

Ein Konsil nach Ziffer 60 GOÄ darf grundsätzlich nur berechnet werden, wenn sich der liquidierende Arzt zuvor oder im unmittelbaren zeitlichen Zusammenhang mit der konsiliarischen Erörterung persönlich mit dem Patienten und dessen Erkrankung befasst hat. Zunächst befristet bis zum 31. Dezember 2020 ist die vorherige oder im unmittelbaren zeitlichen Zusammenhang mit der konsiliarischen Erörterung stehende persönliche Befassung mit dem Patienten nicht erforderlich, sofern es sich aus Umständen im Rahmen der COVID-19-Pandemie ergibt. In diesen Fällen kann die Befassung mit dem Patienten auch per Videosprechstunde erfolgen.

D-Ärzte

Die Hygienepauschale in Höhe von 4 Euro pro Behandlungstag erhalten Durchgangsärzte (rückwirkend ab dem 16. März 2020) weiterhin bis zum 31. März 2021 zusätzlich zu den Behandlungskosten für die ambulante Behandlung von Unfallverletzten. Sie kann als „Besondere Kosten“ mit der Bezeichnung „COVID-19-Pauschale“ mit jeder regulären Behandlungsabrechnung abgerechnet werden. Für bereits abgerechnete Behandlungen, kann die Pauschale dem UV-Träger nachträglich in Rechnung gestellt werden. Die Behandlung des Unfallverletzten ist auch per Videosprechstunde möglich. Für diese Arzt-Patienten-Kontakte kann die Ziffer 1 UV-GOÄ abgerechnet werden, wobei eine entsprechende Kennzeichnung als Videobehandlung erfolgen muss. Auch Psychotherapeuten können entsprechend der Behandlungsziffern (P-Ziffern) Videosprechstunden abrechnen.

Zusammenfassung

LeistungAktueller Geltungszeitraum
Ziff. 245 GOÄ analog mit 2,3-fachen Faktor09.04.2020 – 30.09.2020
Ziff. 245 GOÄ analog mit 1,0-fachen Faktor01.10.2020 – 31.03.2021
Psychotherapeutische Leistungen05.05.2020 – 31.12.2020
Ziff. 60 GOÄ05.05.2020 – 31.12.2020
D-Ärzte Hygienepauschale16.03.2020 – 31.03.2021

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