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Änderungen der zahnärztlichen Approbationsordnung

Bei den aktuellen Änderungen im Verordnungstext handelt es sich vielmehr um Klarstellungen oder Nachschärfungen, mit dem Ziel die Ausgestaltung der Studienmodule und deren Anwendung nach den Vorgaben der ZApprO – auch unter Covid-19-Bedingungen – zu gewährleisten.

  • § 4 Absatz 1 Satz 2 regelt, dass in der Studienordnung die Anwesenheitspflicht nur bei Unterrichtsveranstaltungen greift, in denen praktische Fähigkeiten und Fertigkeiten vermittelt werden
  • In diesem Entwurf werden Lehrformate für die Studierenden in digitaler Form ermöglicht. So können die digitalen Formate u.a. das Selbststudium unterstützen und sinnvoll ergänzen
  • Präsenzveranstaltungen in den Universitäten werden auch bei höheren Inzidenzwerten ermöglicht
  • Der Entwurf behandelt eine Reihe von Klarstellungen hinsichtlich der bisherigen Regelungen zum Ablegen der Zahnärztlichen Prüfungen. Die bisherigen Formalien führten trotz aller vorhandenen Nachweise zu Verzögerungen im Studienverlauf. Am Beispiel der ersten Zahnärztlichen Prüfung können wir die Korrekturen verdeutlichen: Anstelle der Bedingung diese Prüfung zwei Jahre nach Studienbeginn ablegen zu können, sollten Studierende den Ersten Abschnitt der Zahnärztlichen Prüfung bereits in der vorlesungsfreien Zeit am Ende des vierten Fachsemesters absolvieren. Unter anderem, um die Einhaltung der Regelstudienzeit zu ermöglichen. Vor diesem Hintergrund wurde klargestellt, dass der Erste Abschnitt der Zahnärztlichen Prüfung frühestens am Ende des vierten Fachsemesters abgelegt wird.

Positive Resonanz kommt unter anderem von der Bundeszahnärztekammer. „In der Zahnmedizin nimmt der Präsenzunterricht am Phantom oder mit Patientenkontakt aber einen wichtigen Teil des Studiums, vor allem der höheren Semester, ein. Der Forderung der BZÄK nach einer praktischen Weiterführung des Studiums unter „normalen Bedingungen“ (mit den bekannten Hygienemaßnahmen und Testung, Impfung) wurde nun Rechnung getragen“, heißt es in der Stellungnahme.

Hintergrund

Die aktuelle zahnärztliche Approbationsordnung (ZApprO) ist seit 01.01.2020 in Kraft und beinhaltet im Wesentlichen folgende Punkte für die angehenden Zahnmediziner:

Die Ausbildungsziele orientieren sich in der aktuellen Verfassung an den tatsächlichen Gegebenheiten im Praxisalltag. In der Gesetzesbegründung schreibt der Bundestag dem veränderten Gesundheitsbewusstsein in der Bevölkerung, dem deutlichen Rückgang der Kariesprävalenz und der möglichen Zahnerhaltung bis ins Alter müsse Rechnung getragen werden. Die zahntechnischen Lehrinhalte würden daher auf die für Zahnmediziner erforderlichen zahntechnischen Arbeitsweisen konzentriert. Auf diese Weise finde die fachliche Weiterentwicklung der Zahnmedizin hin zu Prävention, Therapie und Erhaltung aller oralen Strukturen einschließlich der Entwicklung neuer Behandlungstechniken und -formen Eingang in die zahnmedizinische Ausbildung (Bundestag-Drucksache 592/17, S. 2).

Über die Autorin

Jessica Hanneken

Jessica Hanneken
Vice President Investment & Gesundheitspolitik
Leitung Hauptstadtrepräsentanz

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