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Corona: Abrechnung der Impfberatung

Zurzeit herrscht in den Praxen ein hoher Aufklärungs- und Beratungsbedarf zur Corona-Schutzimpfung, obwohl die Impfungen derzeit noch ausschließlich durch die Impfzentren und durch mobile Impfteams erbracht werden. Wir geben Ihnen einen Überblick, wie Gespräche mit Ihren Patienten über Indikation, Risiken und Nebenwirkungen im Zusammenhang mit einer Corona-Schutzimpfung nach EBM und GOÄ abgerechnet werden können.

EBM-Abrechnung

Grundsätzlich gilt, dass (telefonische) Beratungen zur Corona-Schutzimpfung Teil der Grund-/Versichertenpauschalen und daher nicht gesondert berechnungsfähig sind. Der EBM bzw. die im Zuge der Pandemie geschaffenen Sonderregelungen erlauben es aber vor allem den nerven- und hausärztlichen Fachgruppen, weitere Gespräche mit den Patienten abzurechnen. Grundsätzlich kommt die Abrechnung folgender Ziffern in bestimmten Konstellationen in Frage:

GOPLeistung€-Wert*Hinweis**
01100, 01101Unvorhergesehene Inanspruchnahme des Arztes21,80 €, 34,82 €
Die sog. Unzeitgebühr kann nur abgerechnet werden, wenn die Inanspruchnahme durch den Patienten zu bestimmten Uhrzeiten/an bestimmten Tagen unvorhergesehen erfolgt.
01433Telefonische Beratung17,13 €Nur für psychotherapeutische / nervenärztliche Fachgruppen u. max. 20-mal im Behandlungsfall (gilt befristet: 31.03.21)
01434Telefonische Beratung7,23 €Je nach Fachgruppe auf max. 2 – 6 Arztfälle beschränkt; überwiegend nicht neben der Grundpauschale (gilt befristet: 31.03.21)
01435Haus- u. fachärztliche Bereitschaftspauschale9,79 €Max. 1-mal im Behandlungsfall
03230Problemorientiertes Gespräch14,24 €Bei hausärztlichen Beratungen zur Corona-Schutzimpfung im Zusammenhang mit dem Krankheitsbild des Patienten u. der vorliegenden Diagnose; auch i. R. einer Videosprechstunde berechnungsfähig

*Orientierungspunktwert 2021: 11,1244 Cent
**Beachten Sie bitte die (allgemeinen) Abrechnungsbestimmungen des EBM

  • BFS-TIPP
    Weitere Details zur Corona-EBM-Abrechnung finden Sie in unserem ausführlichen Beitrag auf der Website der BFS health finance.

GOÄ-Abrechnung

Für privat versicherte Patienten können Beratungen zur Corona-Schutzimpfung mit den üblichen Gesprächsziffern abgerechnet werden. Findet das Gespräch im persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt statt, kommt zudem der Ansatz der Hygienepauschale in Frage:

ZifferLeistung2,3-/1-facher FaktorHinweis*
1Beratung, auch telefonisch oder per Videoübertragung10,72 €I.d.R. neuer Behandlungsfall im Fall einer Impfberatung.
1 analogBeratung durch den Arzt mittels E-Mail10,72 €Bitte beachten Sie: eine Beratung per Chat oder SMS sind lt. BÄK ausgeschlossen.
3Eingehende, das gewöhnliche Maß übersteigende Beratung20,11 €Bitte beachten Sie: mind. 10 Gesprächsdauer und Abrechnungsausschlüsse.
245 analogHygienepauschale6,41 € (1-fach)Bitte beachten Sie: Keine Steigerung des Einfachsatzes möglich; nur bei persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt. Sonderregelung bis zum 31.03.2021 befristet.
AZuschlag außerhalb der Sprechstunde4,08 € (1-fach)Auch wenn die Beratung (Ziff. 1,3 GOÄ) telefonisch oder per Videoübertragung erfolgt, können die Zuschläge A-D berechnet werden. Für alle Kostenträger gilt bei den Zuschlägen A-D der 1-fache Satz.
BZuschlag außerhalb der Sprechstunde, zwi. 20 und 22 Uhr oder 6 und 8 Uhr10,49 € (1-fach)
CZuschlag in der Zeit zwischen 22 und 6 Uhr18,65 € (1-fach)
DZuschlag für an Samstagen, Sonn- oder Feiertagen erbrachte Leistungen12,82 € (1-fach)

Faktorsteigerung

Für die Steigerung der Faktoren gelten die üblichen Voraussetzungen nach § 5 Abs. 2 GOÄ, d.h. der Faktor der einzelnen Leistung darf unter Berücksichtigung des Schwierigkeitsgrades und des Zeitbedarfs und entsprechender Begründung in der Rechnung gesteigert werden.

**Beachten Sie bitte die (allgemeinen) Abrechnungsbestimmungen der GOÄ

  • BFS-TIPP
    Weitere Details zur Corona-GOÄ-Abrechnung finden Sie in unserem ausführlichen Beitrag auf der Website der BFS health finance.