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Corona: Testen, Impfen, Hygiene

Wir geben Ihnen einen Überblick über die aktuellen Regelungen zur Abrechnung

Die Coronavirus-Testverordnung und Impfverordnung sind erneut angepasst worden. Es ergeben sich für die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte also zum wiederholten Male Veränderungen bei der Abrechnung.

  • BFS-TIPP
    Schaubilder sowie ausführliche Informationen u.a. zur Impfstoffbestellung, Praxisorganisation und Dokumentation finden Sie auf der Website der KBV und den Themenseiten der Kassenärztlichen Vereinigungen.

Testen

Zum 1. Juli 2021 ist die Neufassung der Coronavirus-Testverordnung in Kraft getreten, deren zentrale Inhalte u.a. die sog. „Bürgertests“ betreffen. Deren Vergütung wurde zum 1 Juli für ärztliche und nicht-ärztliche Anbieter gleichermaßen reduziert:

LeistungVergütungPseudo-Ziffer
Abstrich

Hierin sind auch die Beratung und das Ausstellen eines ärztlichen Zeugnisses über das Testergebnis enthalten
8,00 €88310
Sachkosten3,50 €88312
Selbsttests unter Aufsicht5,00 €88314
  • Bürgertest-Anbieter müssen Testergebnisse bis zum 1. August in die Corona-Warn-App übertragen.
  • Jede Testung ist personenbezogen zu dokumentieren. Bei einem positiven Testergebnis ist grundsätzlich ein Nachweis der Meldung an das zuständige Gesundheitsamt zusätzlich zu dokumentieren. Diese Angaben werden nicht mit der Abrechnung an die KV übermittelt.

 

  • BFS-TIPP
    Bitte informieren Sie sich bei Ihrer zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung, ob es ggf. regionale Regelungen/Vereinbarung gibt, bspw. Tests von Mitarbeitern in Schulen oder Kitas.

Impfen

Alle vertrags- und privatärztlichen Praxen und Betriebsärzte können an der Corona-Impfkampagne teilnehmen. Unterschiede bestehen für Vertrags- und Privatpraxen lediglich bei der Anmeldung und beim Monitoring. Vertragsärztliche Praxen finden alle notwendigen Informationen (u.a. Praxisorganisation, Abrechnung und Dokumentation) auf der Website der KBV. Für die privatärztlichen Praxen haben wir die wesentlichen Informationen zusammenfasst:

Organisation in Privatpraxen

Authentifizierung bei Ihrer Landesärztekammer

Um an der Impfkampagne teilzunehmen, benötigen Sie eine Bescheinigung Ihrer Landesärztekammer. Diese fordern Sie an, indem Sie eine Selbstauskunft zur privatärztlichen Praxistätigkeit ausfüllen und an die Ärztekammer senden. Ihre Ärztekammer schickt Ihnen dann die Authentifizierungs-Bescheinigung. Diese besteht aus der Bestätigung der Pflichtmitgliedschaft und Ihrer Selbstauskunft.

Monitoring

Privatarztpraxen und Betriebsärzte müssen an der Impfsurveillance teilnehmen und täglich die entsprechenden Daten an das Robert Koch-Institut (RKI) übermitteln. Dafür registrieren Sie sich auf www.privat-impft-mit.de. Für die Registrierung benötigen Sie folgende Angaben:

  • Authentifizierungsbescheinigung Ihrer Landesärztekammer
  • Unterzeichnete Selbstauskunft
  • Mobilnummer
  • Persönliche E-Mail-Adresse

Sobald die Daten geprüft und freigegeben worden sind, erhalten Sie per E-Mail oder SMS Ihre Zugangsdaten und eine Registrierungsbescheinigung. Diese Bescheinigung und die Authentifizierungsbescheinigung Ihrer Landesärztekammer benötigen Sie zur Legitimation bei der ersten Bestellung des Impfstoffes bei Ihrer regulären Bezugsapotheke.

Impfstoffbestellung

Den Impfstoff bestellen Sie bei „Ihrer“ Apotheke, also die, von der Sie auch regulär mit Praxisbedarf versorgt werden. Nur so können Mehrfachbestellungen vermieden und gewährleistet werden, dass der Impfstoff gleichmäßig verteilt wird. Die Bestellungen erfolgen dosisbezogen und impfstoffspezifisch inkl. Impfzubehör mit einem blauen Privatrezept. Nutzen Sie dabei ausschließlich die Vordrucke (DIN A6 Querformart), die im Medizinbedarf bezogen werden können. Über die maximale Bestellmenge erhalten Sie eine Mitteilung per E-Mail. Die Impfstoffbestellungen sind stets jeweils bis Dienstag 12:00 Uhr für die die darauffolgende Woche bei Ihrer Apotheke zu bestellen.

Dokumentation

Im Rahmen der Impfsurveillance müssen täglich (bis spätestens 23:59 Uhr) ausschließlich die Daten übermittelt werden, die das RKI für das Monitoring des Impffortschrittes benötigt:

  • Anzahl der Impfungen (Erst- oder Abschlussimpfungen nach Impfstoffen)
  • Anzahl der unter 18-Jährigen bei den Erst- und Abschlussimpfungen
  • Anzahl der über 60-Jährigen bei den Erst- und Abschlussimpfungen

Daneben gibt es keine speziellen Dokumentationsvorgaben. Die reguläre Dokumentation erfolgt in den Patientenakten und Impfpässen.

Abrechnung & Vergütung

Sämtliche COVID-19-Schutzimpfungen für Kassen- und Privatpatienten werden mit der regionalen Kassenärztlichen Vereinigung mit bundesweit einheitlichen sog. Pseudoziffern abgerechnet. Die Details hierzu finden Sie in den KBV-Vorgaben zur Vergütung und der KBV-Praxisinformation zur COVID-19-Schutzimpfung. Wir geben Ihnen einen Überblick.

 

  • Hinweis für Privatpraxen
    Privatärztinnen/-ärzte müssen sich für die Abrechnung online bei der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung registrieren und benötigen hierzu u.a. die Authentifizierungsbescheinigung der Ärztekammer (s.o.). Liegen alle nötigen Angaben vor, schaltet die Kassenärztliche Vereinigung einen digitalen Zugang frei, über den die Privatarztpraxen ihre Leistungen zur Rechnungsstellung übermitteln können (i. d. R. mit einer CVS-Datei).

Pseudo-Ziffern mit Suffix

Pro Impfstoff gibt es nur eine Pseudoziffer für die Erst- und Abschlussimpfung:

  • 88331 für BioNTech/ Pfizer,
  • 88332 für Moderna (wird vorerst nicht an Praxen geliefert),
  • 88333 für AstraZeneca und
  • 88334 für Johnson & Johnson.

Diese Pseudoziffern werden jeweils um Buchstaben (Suffixe) für die Impfindikation ergänzt:

  • A/B= Indikation „Allgemein“
  • V/W/Y = Indikation „Beruf“
  • G/H/I = Indikation „Pflegeheimbewohner/in“

Die Indikation „Alter“ wird von der KV automatisch zugesetzt und an das RKI übermittelt. Unter die Indikation „Allgemein“ fallen auch Kontaktpersonen (bspw. von Schwangeren). Beim Impfstoff von Johnson & Johnson erfolgt die Kennzeichnung „Allgemein“ direkt über die Pseudoziffer (ohne Buchstabe). Dies ist möglich, da es keine Zweitimpfung gibt.

Hersteller ImpfstoffIndikationErstimpfungAbschluss-ImpfungVergütung pro Impfung
BioNTech/Pfizer- Allgemein
- Beruf
-Pflegeheimbewohner/in
88331A
88331V
88331G
88331B
88331W
88331H
20,00 €
Moderna- Allgemein
- Beruf
-Pflegeheimbewohner/in
88332A
88332V
88332G
88332B
88332W
88332H
20,00 €
AstraZeneca- Allgemein
- Beruf
-Pflegeheimbewohner/in
88333A
88333V
88333G
88333B
88333W
88333H
20,00 €
Johnson & Johnson- Allgemein
- Beruf
-Pflegeheimbewohner/in
-88334
88334Y
88334l
20,00 €

Die Vergütung für die Impfung umfasst die Aufklärung, Impfberatung, symptombezogene Untersuchung zum Ausschluss akuter Erkrankungen oder Allergien, Verabreichung des Impfstoffes, Beobachtung in der Nachsorgephase und die ggf. erforderliche med. Intervention.

Quellen: Vorgaben der KBV für die Vergütung der Leistungen der CoronaImpfV (Stand 07.06.2021); PraxisInfo der KBV COVID-19-Schutzimpfung (Stand 07.06.2021)
LeistungPseudo-ZifferVergütung
Hausbesuch
Wenn für die Impfung ein Hausbesuch notwendig ist
8832335,00 €
Mitbesuch
Für das Impfen jeder weiteren Person in derselben Einrichtung oder sozialen Gemeinschaft.
8832415,00 €
Impfberatung ohne Impfung
Die Impfberatung kann auch telefonisch oder per Videosprechstunde stattfinden. Die Abrechnung der ausschließlichen Impfberatung neben einer Impfung und einem Besuch ist im Krankheitsfall ausgeschlossen.
8832210,00 €

Zwei Kodes für Covid-19-Impfungen

Seit 1. April 2021 gibt es spezifische ICD-10-GM-Kodes im Zusammenhang mit einer COVID-19-Schutzimpfung:

  • U11.9 für eine Impfung gegen COVID‐19 und
  • U12.9 für unerwünschte Nebenwirkungen im Zusammenhang mit der Corona-Schutzimpfung

(Digitale) Impf-Zertifikate

Der digitale Impfnachweis ist ein optionales Zusatzangebot zum Impfpass. Die Person erhält dann ein ausgedrucktes Dokument mit einem QR-Code, der mit dem Smartphone gescannt und in der CovPass-App oder Corona-Warn-App hinterlegt werden kann. In den Praxen sollen diese QR-Codes aus dem Praxisverwaltungssystem „mit einem Klick“ generiert werden. Die hierfür erforderlichen Software-Updates stehen aber noch nicht für die Praxen zur Verfügung. Die Bundesregierung will diese aber bis zum 12. Juli für die Praxen bereitstellen.

Als Übergangslösung muss in den Praxen der Impfzertifikatservice des RKI genutzt werden. Hier müssen eine Reihe von Daten zur Person und Impfung manuell in ein Online-Formular eingetragen werden, um einen OR-Code zu generieren (alle Informationen finden Sie hier: Impfzertifikatsservice des RKI).

  • Die KBV empfiehlt
    „Es gibt noch viele Unklarheiten, was die Technik angeht“, sagte KBV-Vizechef Dr. Stephan Hofmeister. „Wir empfehlen den Ärztinnen und Ärzten eher abzuwarten, bis die Funktion zur Erstellung der Impfzertifikate im PVS integriert ist“, ergänzte Vorstandsmitglied Thomas Kriedel. (s. Praxisnachrichten der KBV v. 11.06.2021)

Abrechnung & Vergütung

Die Erstellung der EU-weit gültigen Impfzertifikate mit QR-Code wird mit verschiedenen Pseudo-Ziffern abgerechnet. Welche spezifische Pseudo-Ziffer abzurechnen ist, hängt davon ab WIE und für WEN das Zertifikat ausgestellt wird:

LeistungPseudo-ZifferVergütung je Zertifikat
Ausstellung eines Impfzertifikats für Personen, die in der eigenen Praxis geimpft worden sind
Manuell per Impfzertifikatservice des RKI*883506,00 €
Automatisiert mit Hilfe des PVS-System*883512,00 €
Ausstellung eines Impfzertifikats für Personen, die NICHT in der eigenen Praxis geimpft wurden
Es ist keinerlei Daten der Person bekannt, daher erhöhter Arbeitsaufwand um Missbrauch zu vermeiden 8835218,00 €
Für die Zweitimpfung, wenn die Praxis in demselben Quartal bereits das Zertifikat für die Erstimpfung erstellt hat883536,00 €

(Digitale) Genesenen-Zertifikate

Neben den Impfzertifikaten können zukünftig auch Zertifikate für COVID-19-Genesene ausgestellt werden. Voraussetzung für das Ausstellen eines Genesenenzertifikats ist ein positives PCR-Test-Ergebnis, das mindestens 28 Tage und maximal sechs Monate alt ist. Analog zu den Impfzertifikaten, soll das Ausstellen der Genesenenzertifikate zukünftig ebenfalls digital über die Praxissoftware möglich sein. Für die Genesenen- und Impfzertifikate (s.o.) gilt daher die gleiche Abrechnungslogik; die spezifischen Abrechnungsziffern weichen jedoch ab:

LeistungPseudo-ZifferVergütung
Ausstellung eines Impfzertifikats für genesene Personen
Manuell883706,00 €
Automatisiert mit Hilfe des PVS-Systems883712,00 €

Hygienekosten

Die Bundesärztekammer hat bekanntgegeben, dass die privatärztliche Hygienepauschale (6,19 Euro pro Sitzung) bis 30. September verlängert worden ist. Die ursprünglich bis zum 30. Juni 2021 befristete Regelung wurde ein weiteres Mail um drei Monate verlängert. Weitere Informationen hierzu finden in unserem Kurzbeitrag auf unserer Informationsplattform “Weiter Geht’s”.

Für den vertragsärztlichen Bereich ist aktuell bekannt, dass die morbiditätsorientierte Gesamtvergütung um 98 Mio. Euro als Folge eines festgestellten Hygienekostenmehrbedarfs in den Arztpraxen erhöht worden ist. Über die Ausgestaltung der fachgruppenspezifischen Hygienezuschläge müssen sich KBV und GKV-Spitzenverband noch verständigen.