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Abrechnungs-Update: Corona-Warn-App

Abstrich nach Warnhinweis per App - Neue EBM-Leistungen

6.453.606 Downloads hat das Bundesgesundheitsministerium bis zum Morgen des 17. Juni, einen Tag nach dem Start der Corona-Warn-App, gezählt. Die Corona-Warn-App des Bundes stößt bei den Menschen in Deutschland offenbar auf eine hohe Resonanz.

  • Info: Die Corona-Warn-App wurde durch das Robert-Koch-Institut im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums entwickelt und ist seit dem 16. Juni verfügbar. Das smartphone-basierte, elektronische Warnsystem soll zur Eindämmung der Corona-Pandemie beitragen und beruht auf der freiwilligen Anwendung durch die Smartphone-Nutzer. Die Anwendung soll das Nachverfolgen von Corona-Infektionen leichter und schneller machen. Dafür misst sie über Bluetooth, ob sich Smartphone-Nutzer über eine längere Zeit näher als etwa zwei Meter gekommen sind. Die Corona-Warn-App wird im Fall eines Warnhinweises dem Nutzer empfehlen, sich an eine Einrichtung des öffentlichen Gesundheitsdienstes, die 116 117 oder einen Arzt zu wenden.

Damit sich Smartphone-Nutzer, die einen Warnhinweis durch die App erhalten, zur Testung auch an einen Vertragsarzt wenden können, haben KBV und GKV-Spitzenverband speziell dafür mehrere neue Leistungen in den EBM aufgenommen, die alle extrabudgetär mit dem Orientierungspunktwert vergütet werden:

Abrechnungs-Hinweise

Abstrich & Gespräch
Die neue GOP 02402 beinhaltet die Abstrichentnahme aus den oberen Atemwegen für die Untersuchung auf das beta-Coronavirus SARS-CoV-2.Auch kann die GOP 02402 abgerechnet werden, wenn lediglich ein Gespräch und kein Abstrich erfolgt. Die neue Ziffer ist einmal am Behandlungstag berechnungsfähig und zwar ausschließlich bei Versicherten, die sich infolge eines Warnhinweises der App über ein „erhöhtes Risiko“ testen lassen. Die Ziffer ist mit 10 Euro bewertet.

Kurative Abstriche bei Versicherten mit Symptomen sind weiterhin Teil der Versicherten- beziehungsweise Grundpauschale. Der PCR-Test wird mit der GOP 32816 (59,00 Euro, ab 1. Juli 39,40 Euro) abgerechnet.

Laborleistungen
Laborärzte rechnen drei neue Ziffern im Falle einer erfolgten Abstrichentnahme nach Warnhinweis per App ab:
Die Laboruntersuchung nach der GOP 32811 ist einmal am Behandlungstag berechnungsfähig und wird mit 39,40 Euro extrabudgetär vergütet. Für jede Auftragsleistung nach der GOP 32811 erhalten Laborärzte zudem über die GOP 12221 einen Laborzuschlag (1,54 Euro). Die Übermittlungskosten für Versand und Transport werden mit der GOP 40101 – ebenfalls einmal am Behandlungstag als extrabudgetärer Zuschlag – mit 2,60 Euro vergütet.

Beauftragung
Für die Beauftragung der Laborleistung wird es zukünftig einen neuen Vordruck Muster 10 C geben. Bis zu dessen Bereitstellung soll das Muster 10 verwendet und im Feld „Auftrag“ explizit die Laborpauschale 32811 angegeben werden. Das Muster 10 C wird einen QR-Code enthalten, mit dem getestete Personen ihr Ergebnis online einsehen und bei einer bestätigten Infektion in der Corona-Warn-App freischalten können.

  • Info: Das neue Formular 10C soll im Laufe des nächsten Monats bereitstehen. Über den Bezug gedruckter Exemplare werden die Kassenärztlichen Vereinigungen ihre Mitglieder rechtzeitig informieren. Das Muster 10 C wird dann auch in der Praxissoftware hinterlegt sein, sodass es online ausgefüllt werden kann. Nähere Informationen hierzu hat die KBV bekannt gegeben.

Kodierung
Bei der Abstrichentnahme müssen folgende Kodierungen angegeben werden:

  • Kode U99.0! G – Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf SARS-CoV-2
  • ICD-Kode Z11 G – Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf infektiöse und parasitäre Krankheiten

Die weitere Kodierung ist vom Testergebnis abhängig. Bei negativem Testergebnis bleibt die genannte Kodierung erhalten. Bei positivem Testergebnis ist wie gehabt U07.1.G – COVID-19, Virus nachgewiesen zusammen mit Z22.8 G – Keimträger sonstiger Infektionskrankheiten zu kodieren. Zusätzlich kann Z20.8 G – Kontakt mit und Exposition gegenüber sonstigen übertragbaren Krankheiten – angegeben werden, um abzubilden, dass es sich um eine Kontaktperson handelt.

Quarantäne und Krankschreibung „AU“
Sofern ein Smartphone-Nutzer über die App eine Risikobenachrichtigung erhält, legt das Gesundheitsamt fest ob sich die Person in Quarantäne begeben muss. Die Entscheidung über eine Krankschreibung trifft der behandelnde Arzt.

Weitere Informationen
Die Ausnahme-Kennziffer 32006 wurde um die neue GOP 32811 (Laboruntersuchung) ergänzt. Zur Vermeidung einer Belastung des für den Wirtschaftlichkeitsbonus relevanten Laborfallwerts, sollte die Kennziffer 32006 auf dem Abrechnungsschein eingetragen werden. Im Gegensatz zu Fällen mit einem klinischen Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion, sind die Corona-Warn-App-Fälle nicht mit der Spezial-Kennziffer 88240 zu kennzeichnen.

Für eine individuelle Beratung zu Ihrer Abrechnung kontaktieren Sie gerne unser Expertenteam.

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