150 150 BFS

Die Berechnung von Verlaufskontrollen

Welche Voraussetzungen sind zu beachten?

Verlaufskontrollen sind Standard bei der Behandlung von Mundschleimhautveränderungen, bei der parodontalen Befunderhebung und der unterstützenden Parodontitistherapie (UPZ) oder zur Kontrolle der Osseointegration von Implantaten. Doch auch in der konservierenden Zahnheilkunde werden regelmäßig Verlaufskontrollen durchgeführt. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn der Zahn in einer vorherigen Sitzung nicht definitiv versorgt werden konnte. Ein Grund hierfür kann beispielsweise die Überkappung der Pulpa sein.

Voraussetzungen für die Berechnung der Verlaufskontrolle

Wird die Verlaufskontrolle in Form einer symptombezogenen Untersuchung durchgeführt, ist sie nach GOÄ-Nr.5 berechenbar, wenn in der gleichen Sitzung keine zusätzlichen Leistungen aus den Abschnitten C bis O der GOÄ erbracht und abgerechnet werden (vgl. „Kommentar der hochfrequenten GOÄ-Leistungen bei der Rechnungserstellung in der Zahnarztpraxis“ der Bundeszahnärztekammer, Stand 9 / 2017). Nach §4 Abs. 2 GOZ oder §4 Abs. 2a GOÄ ist die Berechnung außerdem immer dann ausgeschlossen, wenn die Kontrolle bzw. Verlaufskontrolle bereits Leistungsinhalt oder –bestandteil einer sitzungsgleich berechneten Leistung ist. Dazu zwei Beispiele:

Beispiel 1

Nach Osteotomie des Zahns 46 nebst Entfernung einer Zyste durch Zystektomie wird der Patient am 18.03. für eine Wundkontrolle und am 21.03. für eine Kontrolle der Wundheilung vor dem Wochenende (=Verlaufskontrolle) in der Praxis wieder vorstellig.

Im Beispiel der GOÄ-Nr. 5 am 21.03. nicht für die Verlaufskontrolle berechenbar, da hier §4 GOZ bzw. GOÄ greift: Der Leistungsinhalt der Kontrolle wird durch die GOZ-Nr. 3290 honoriert.

Beispiel 2

Nach radiologischer und klinischer Diagnostik wird am 17.03. die Pulpa des Zahns 16 direkt überkappt. Der Zahn wird mit einem temporären Verschluss versorgt. Der Patient wird am 24.03. und am 14.04. zwecks Verlaufskontrolle in der Praxis wieder vorstellig. Am 14.04. wird der Zahn aufgrund der klinischen Untersuchungsergebnisse (Vitalität positiv, Zahn beschwerdefrei) mit einer dentinadhäsiven zweiflächigen Füllung versorgt.

Die Abrechnungsstimmung der GOÄ-Nr. 5 enthält nur die Einschränkung, dass diese Ziffer neben weiteren Leistungen nach den Abschnitten C bis O der GOÄ im Behandlungsfall nur einmal berechnungsfähig ist. Laut BZÄK existiert eine derartige Beschränkung zur Berechnung der GOÄ-Nr. 5 neben Leistungen der GOZ nicht (vgl. Kommentar der hochfrequenten GOÄ-Leistungen). Da in der Sitzung am 14.04. keine Leistungen aus den Abschnitten C bis O der GOÄ berechnet werden und die Limitierung aus §4 Abs. 2 GOZ bzw. §4 Abs. 2a GOÄ ebenfalls nicht greift, ist die GOÄ-Nr. 5 am 14.04 für die symptombezogene Untersuchung als Verlaufskontrolle berechnungsfähig.

Exakte Dokumentation nicht vergessen

Wichtig ist, dass Art und Gegenstand der Leistung nach GOÄ-Nr. 5 ausführlich dokumentiert werden.

Über die Autorin: 

Janine Schubert, Leiterin Erstattungsservice Zahnärzte BFS health finance

 

Janine Schubert, Betriebswirtin (BA), ist Spezialistin für Gebührenrecht Zahnärzte/MKG. Seit 2012 ist Frau Schubert bei der BFS health finance GmbH tätig, leitet seit 2015 den Erstattungsservice Zahnärzte und coacht Zahnarztpraxen im Bereich Abrechnung.