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Kompaktes Wissen zum E-Rezept in der Zahnarztpraxis

In vielen Bereichen in unserem Leben wird es immer papierloser. Gehaltsabrechnungen bekommen wir digital zur Verfügung gestellt, Überweisungen tätigen wir in der Regel online oder direkt in einer App. Viele administrative Prozesse in der Praxis hingegen waren bis vor 1,5 Jahren noch vollständig analog. Erst durch die Corona-Pandemie haben viele Krankenkassen ihre jeweilige App angepasst, damit Heil- und Kostenpläne, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen und Co. eingescannt und somit digital eingereicht werden können. Das Rezeptformular müssen wir noch bis Ende 2021 in Papierform in der Apotheke einlösen, dann kommt verpflichtend das E-Rezept.

Was ändert sich jetzt?

Das rosa Papierrezept (Muster 16) wird abgelöst. Seit dem 01.10.2021 besteht eine freiwillige Übergangsphase für alle Praxen, ab dem 01.01.2022 ist es verpflichtend, dass alle gesetzlich versicherten Patienten ihr Rezept als E-Rezept erhalten.

Alle verschreibungspflichtigen Arzneimittel werden über das E-Rezept übermittelt. Die apotheken-pflichtigen Arzneimittel (grünes Rezept) können ebenfalls übermittelt werden, wenn das Praxis-verwaltungssystem (PVS) es zulässt.

Ablauf

Zu Tagesbeginn muss in der Praxis mit der ZOD-Karte oder mit dem eZahnarztausweis die Freigabe über den Kartenterminal mit einem Pin erfolgen, sodass in der PVS die Komfortsignatur freigeschaltet wird. Danach können innerhalb von 24 Stunden 250 Dokumente per Mausklick signiert werden.

Das E-Rezept wird nunmehr im PVS erstellt und mittels des eZahnarztausweis oder der ZOD-Karte signiert. Anschließend wird es an den zuständigen E-Rezept-Fachdienst, der TI, übermittelt.

Der Zugriff auf das E-Rezept erfolgt seitens des Patienten über eine App („Das E-Rezept“), die er sich zunächst auf sein mobiles Endgerät (Mobiltelefon) herunterladen muss. Verschiedene Anbieter, wie zum Beispiel die gesetzlichen Krankenkassen oder auch „die gematik“, stellen dem Patienten ihre E-Rezept-App im Play Store/App-Store zur Verfügung. In der App wird dem Patienten ein QR-Code (Rezeptcode) zur Verfügung gestellt, welcher durch die Apotheke gescannt werden kann, sodass diese Zugriff auf das E-Rezept erhält. Sollte der Patient kein mobiles Endgerät zur Verfügung haben oder in der App besteht nicht die Möglichkeit die elektronische Gesundheitskarte (eGK) zu hinterlegen, können Sie einen Ausdruck des QR-Codes (Rezeptcode) erstellen.

Die Apotheke kann nach dem Erhalt des Rezeptcodes auf das E-Rezept im Fachdienst zugreifen. Nachdem die Apotheke die Authentifizierung gegenüber der TI abgeschlossen hat, kann sie das E-Rezept verarbeiten und das Medikament an den Patienten aushändigen.

Technische Voraussetzungen:

  • Update des Praxisverwaltungssystems (PVS)
  • ZOD-Karte oder eZahnarztausweis
  • Für die Komfortsignatur wird ein TI-Anschluss von mindestens eHealth-Konnektor PTV3 benötigt
  • Ein Drucker mit einer Mindestauflösung von 300dpi

Anwendungsvarianten für Patienten

Variante 1

Der Patient nutzt die E-Rezept-App mit seiner Gesundheitskarte (eGK). Die Praxis übermittelt das E-Rezept an den Patienten, der dieses kontaktlos bei seiner Apotheke mit dem QR-Code vorzeigt und einreicht. Dies ist die kontaktlose und schnellste Variante.

Variante 2.a

Das E-Rezept wird ohne die Gesundheitskarte genutzt. So erhält der Patient einen Papierausdruck mit dem Datamatrix-Code. Der Papierausdruck wird von dem Patienten über seine App eingescannt, damit er das E-Rezept bei seiner Apotheke einreichen kann.

Variante 2.b

Der Patient hat kein mobiles Endgerät zur Verfügung? Die Praxis stellt einen Papierausdruck mit dem Datamatrix-Code her, den der Patient in der Apotheke einreichen kann.

Variante 3

Bei Störungen bzw. beim Ausfall der TI, kann das Papierrezept (Muster16) als Ersatzverfahren verwendet werden.

Vorteile des E-Rezepts

  • Kontaktlose Übermittlung
  • Einfache Arbeitsabläufe für Praxen und Apotheken
  • Papierlos und daher umweltfreundlich
  • Rückfragen oder Ausfüllfehler können schneller über das KIM-Portal (Kommunikation im medizinischen Wesen) geklärt werden
  • Patienten können bequem über einen Nachrichten-Messenger ihr E-Rezept an Familienmitglieder senden, damit diese das E-Rezept einreichen können
  • Mit Hilfe der App können Patienten ihre Medikamente bei der Apotheke reservieren bzw. durch einen Onlineanbieter per Post versenden lassen
  • Bei falscher Ausstellung kann das Praxisteam/der (Zahn-)Arzt das E-Rezept über den Fachdienst löschen lassen
  • Bei einer Videosprechstunde können Rezepte über benötigte Arzneimittel per App an die Patienten übermittelt werden

Bei individuellen Fragen zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren. Unsere Abrechnungsspezialisten sowie unser Team aus dem Bereich Consulting freuen sich, Sie in Ihrem Praxisalltag unterstützen zu dürfen.

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