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Neue EBM-Ziffern für die elektronische Patientenakte

Die Vergütung der Datenverarbeitung wurde geregelt

Seit dem 1. Januar 2021 können alle gesetzlich versicherten Patienten eine elektronische Patientenakte (ePA) von den Krankenkassen erhalten, in der u.a. Diagnosen und Behandlungsdaten über Praxis- und Krankenhausgrenzen hinweg gespeichert werden können. Der Patient entscheidet dann, auf welche Daten seine Behandler Zugriff bekommen.

  • BFS-Tipp
    Weitere Details zu den Inhalten der ePA, zur Dokumentation, den unterschiedlichen Zugriffsmöglichkeiten u.a. finden Sie auf der Website der KBV und auf der Website des Bundesministeriums für Gesundheit.

Ab dem 1. Juli 2021 müssen alle Praxen in der Lage sein, die ePA zu nutzen. Spätestens im dritten Quartal 2021 werden also die neuen EBM-Ziffern relevant, mit denen die Erfassung, Verarbeitung oder Speicherung von Daten in der digitalen Patientenakten abgerechnet wird.

Erstmaliges Befüllen

Es steht bereits fest, dass das sog. erstmalige Befüllen der ePA mit einer Pauschale i. H. v. 10,00 € vergütet wird. Die Abrechnungsdetails – insbesondere die entsprechende Abrechnungsziffer – wurde bislang aber nicht festgelegt.

GOP 01647: Zuschlag zur Versichertenpauschale

  • Gilt für die Erfassung, Verarbeitung und/oder Speicherung von medizinischen Daten in der ePA aus dem aktuellen Behandlungskontext
  • €-Wert: 1,67 €
  • 1-mal pro Behandlungsfall

GOP 01431: Zuschlag zum Verwaltungskomplex

  • Findet in dem Quartal kein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt bzw. keine Videosprechstunde statt, rechnen die Praxen neben dem jeweiligen Verwaltungskomplex (01430, 01435, 01820) für ihre Tätigkeiten im Zusammenhang mit der ePA die GOP 01431 ab.
  • €-Wert: 0,33 €
  • 4-mal im Arztfall

Zwar ist die Eurobewertung der beiden ePA-Zuschläge – GOP 01647 und 01431 – überschaubar, aber immerhin werden diese extrabudgetär vergütet. Dies dürfte ebenfalls für die 10 €-Pauschale für das erstmalige Befüllen der ePA gelten. Sobald weitere Details hierzu bekannt werden, werden wir Sie informieren.

  • BFS-Tipp
    Es existiert keine eigenständige Beratungsziffer im EBM im Zusammenhang mit der ePA. Hintergrund ist, dass der Gesetzgeber die Aufgabe der ePA-Beratung den Krankenkassen zugewiesen habe. Dies bedeutet im Ergebnis, dass Vertragsärzte ihre Patienten nicht zur ePA beraten müssen und daher kein Vergütungsanspruch besteht.