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Neuer Einheitlicher Bewertungsmaßstab (EBM) kommt

Stichtag 01. April 2020

Es ist nicht die ganz große Reform, die sicherlich einige erwartet hatten, doch zum 01. April 2020 wird ein neuer Einheitlicher Bewertungsmaßstab strukturelle Änderungen bei der Bewertung aller ärztlichen Leistungen bringen.

Im Vordergrund standen für KBV und den GKV-Spitzenverband dabei vor allem eine Anpassung an aktuelle Kostenstrukturen und die Förderung sprechender Medizin. Auch die Zeitfenster, welche Ärzte durchschnittlich für die jeweiligen Untersuchungen und Behandlungen benötigen und die anschließend in die Leistungsbewertung einfließen, wurden nach gründlicher Prüfung entsprechend angepasst. „Dies war dringend nötig, da sich die Kosten, aber auch die Zeiten in den vergangenen Jahren teilweise erheblich verändert haben“, erklärt Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV, den PraxisNachrichten.

Die betriebswirtschaftliche Berechnung und Kalkulation ärztlicher sowie psychotherapeutischer Leistungen und die Honorargerechtigkeit innerhalb der verschiedenen Arztgruppen sind zwei ausschlaggebende Ansatzpunkte des neuen EBM. Durch die Neuregelungen, die das TSVG mit sich brachte und zusätzliche Vorgaben der Gesetzgeber rücken vor allem auch Honoraranpassungen für sprechende Medizin in den Vordergrund der EBM-Reform.

Gänzlich ausgelassen wurde hingegen das Thema der ärztlichen Hausbesuche. Den Vorschlag der Krankenkassen für eine Höherbewertung der Hausbesuche lehnte der KBV entschlossen ab. Diese Änderung sei lediglich über eine Abwertung der Versichertenpauschale und so zum Nachteil der Versorger möglich gewesen und war somit für KBV Vize Dr. Stephan Hofmeister nicht akzeptabel.

Ausführlichere Informationen zur Reform des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes und zu allen weiteren Beschlüssen finden Sie hier.