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Ergebnisse des DigitalRadar Krankenhaus

Das Bundesministerium für Gesundheit hat im Zuge des Krankenhauszukunftsgesetzes (KHZG) festgelegt, den digitalen Reifegrad der Krankenhäuser unter die Lupe zu nehmen. Es handelt sich hier um ein komplexes und einheitliches Benchmarking mit der Zielsetzung, die Digitalisierung der Krankenhauslandschaft zu erfassen und daraus den Bedarf zur Verbesserung der Versorgung abzuleiten. Die Projektlaufzeit startet im Juni 2021 und dauert bis April 2024. Die erste Erhebungsphase ist beendet und seit Februar 2022 gibt es die ersten Zwischenergebnisse.

Die Messung des digitalen Reifegrads ist gemäß den Anforderungen des KHZG für die Krankenhäuser verpflichtend, die sich um Förderung beworben haben. Im ersten Schritt ermöglicht das Reifegradmodell die umfassende Bewertung des Digitalisierungsgrads. Im Folgenden liefert dieses Modell Erkenntnisse über die Effekte der Förderung in Bezug auf den Digitalisierungsgrad und einer möglichen Verbesserung der Patientenversorgung.

Erste Ergebnisse

Die deutschen Klinken erreichten im Durchschnitt 33,25 der maximalen 100 Punkte. Wobei die Ergebnisse breit streuen, der niedrigste Punktwert liegt bei 3,27 Punkten und der höchste erreichte Punktewert hingegen liegt bei 63,87 Punkten. Diese Punkte zeigen, dass die Krankenhäuser unterschiedlich weit auf dem Weg zur Digitalisierung sind und dabei individuelle Prioritäten setzen. Die kommende Phase des DigitalRadar wird wichtige Informationen liefern, wie das Investitionspaket des KHZG diese Varianz im Sinne einer besseren Versorgung senken kann.

Insbesondere in den Bereichen klinische Prozesse, Informationsaustausch, Telehealth und Patientenpartizipation liegt Potenzial zur Verbesserung. Ausbaufähig ist zudem die Weitergabe strukturierter Daten im Krankenhausbereich sowie die Interoperabilität zwischen den Softwarelösungen.

Um die Daten aus Deutschland auch international vergleichbar zu machen, orientiert sich das Konsortium DigitalRadar an international gebräuchlichen Scores „Electronic Medical Record Adoption Model“ (EMRAM) wobei der Digitalisierungsgrad auf einer Skala von 0 bis 7 dargestellt wird. Hier wird deutlich, dass im Rahmen der aktuellen Ergebnisse Deutschland im Vergleich zu u.a. Australien oder Kanada solide abschneidet. So haben vergleichsweise mehr deutsche Krankenhäuser den Reifegrad 0 überschritten.

Dashboard für Analyse und Handlungsoptionen

Für eine optimierte Nutzbarkeit der  Ergebnisse des Digitalradars wurde ein Dashboard entwickelt, das den Krankenhäusern seit dem 11. Februar zur Verfügung steht. Mit den dortigen Ergebnissen und diversen Filterkriterien können die Krankenhäuser weitere Analysen anstoßen und neue Handlungsfelder identifizieren.

Hintergrund:

Bund und Länder investieren nach dem KHZG bis zu 4,3 Milliarden Euro in die digitale Infrastruktur der Krankenhäuser. Begleitend sieht das Gesetz eine “Analyse und Bewertung des grundsätzlichen Standes der Digitalisierung in deutschen Krankenhäusern und der Effekte des Zukunftsfonds auf den Digitalisierungsgrad, die Versorgungen von Patientinnen und Patienten und die regionalen Versorgungsstrukturen” vor.

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Über die Autorin

Jessica Hanneken

Jessica Hanneken
Vice President Investment & Gesundheitspolitik
Leitung Hauptstadtrepräsentanz

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