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GKV-Honorare 2022: Den Kassen zu viel, den Ärzten zu wenig

Die Vergütung für ärztliche und psychotherapeutische Leistung steht für 2022 fest

Nach zähem Ringen hat der Erweiterte Bewertungsausschuss (EBA) – nachdem sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der GKV-Spitzenverband nicht einig geworden waren –eine Erhöhung des Orientierungspunktwert im Jahr 2022 um 1,275 % beschlossen. Der EBM-Punktwert steigt damit von 11,1244 Cent auf 11,2662 Cent.

Zum Auftakt der Verhandlungen hatte die Kassenärztliche Bundesvereinigung ein Plus von 3 % gefordert, der GKV-Spitzenverband hatte hingegen eine Nullrunde verlangt. Wenig überraschend reagierte die Ärzteschaft auf den Beschluss des EBA nun enttäuscht bis kritisch.

  • Diskussion
    Die KBV vertritt u.a., dass durch die Anpassung des Orientierungswertes 2022 die tatsächliche Kostenentwicklung in den Praxen nicht adäquat abgebildet worden sei. Weitere Details zum Inhalt der Diskussion finden Sie unter anderem in den Praxisnachrichten der KBV.

Die Steigerung der Vergütung entspricht letztlich den Größenordnungen, die auch in den Vorjahren erzielt worden sind (2021: 1,25 %, 2020: 1,52 %, 2019: 1,58 %, 2018: 1,18 %, 2017: 0,9 %). Wie gewohnt wirkt sich die erhöhte Vergütung damit vor allem im Bereich der Nachkommastellen aus.

Exemplarische Entwicklung der “mittleren” Pauschalen für Patienten zwischen dem 6. bis 59. Lebensjahr (Hausärzte: Patienten zwischen dem 19. bis 54. Lebensjahr):

FachgruppeVersicherten-/ Konsiliar- / GrundpauschaleEuro-Wert 2021Euro-Wert 2022
Hausärztliche Versorgung0300312,6812,84
Anästhesiologie0521110,0110,14
Augenheilkunde0621113,0213,18
Chirurgie0721125,7025,03
Gynäkologie0821116,3516,56
HNO0921122,8123,10
Dermatologie1021115,9116,11
Innere Medizin, allgemein1321120,4720,73
Orthopädie1821121,3621,63
Nervenheilkunde1621120,3620,62
Radiologie242116,796,87
Urologie2621118,9119,15

Da jedoch entscheidend ist, wie sich das GKV-Honorar je Arzt/Ärztin tatsächlich entwickelt, bleiben die Ergebnisse aus dem Honorarberichten der KBV für 2020 und 2021 abzuwarten. Insoweit dürfte optimistisch stimmen, dass 2019 im Bundesdurchschnitt ein Honorarzuwachs von 1,4 % je Arzt/Ärztin erzielt wurde.

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