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Sommerhitze in der Zahnarztpraxis

Personal und Patienten vorbereiten

Hitzewellen mit bis zu 40° Celsius haben Deutschland diesen Sommer immer wieder fest im Griff. Extreme Temperaturen gehen auch an Zahnarztpraxen nicht spurlos vorbei. BFS gibt Ihnen Tipps wie Sie, Ihr Team und Ihre Patienten auch bei hohen Temperaturen „cool“ bleiben und erklärt, wann es in der Praxis Hitzefrei geben muss.

Extrem hohe Temperaturen erhöhen nicht nur das Risiko für Schlaganfälle und Herzinfarkte, auch Dehydrierung oder ein Kreislaufkollaps gehören zu häufigen gesundheitlichen Gefahren längerer Hitzeperioden. Ärzte können jedoch dafür sorgen, dass ein Kreislaufkollaps rechtzeitig erkannt wird und der Aufenthalt auch in der Zahnarztpraxis so angenehm wie möglich ist.

Symptome für Hitzestress zu kennen und frühzeitig zu bemerken, ist dabei essenziell für die Vermeidung von hitzeassoziierter Erkrankungen.  Das Personal sollte explizit darauf geschult sein Gesundheitsstörungen durch Hitze zu erkennen und entsprechende Maßnahmen einleiten zu können. Zeigt ein Patient einschlägige Symptome von Hitzestress, können das beispielsweise die Kühlung des Patienten oder gegebenenfalls die Veranlassung eines Transports in ein Krankenhaus sein.

Genau wie Patienten kommen aber auch Behandler und ihre Teams ins Schwitzen, wenn der Sommer seinen Höhepunkt erreicht. Als Arbeitgeber müssen Zahnärzte sich, unabhängig von der Größe der Praxis, an die Arbeitsstättengrundverordnung halten – und die verordnet auch Hitzefrei. Bevor es soweit ist, müssen jedoch verschiedene Maßnahmen ergriffen werden, um die Lufttemperatur zu senken. Optionen sind hier beispielsweise das Lüften auf die kühleren Morgen- oder Abendstunden zu verlegen, technische Geräte nur dann zu benutzen, wenn es unbedingt nötig ist, Getränke bereitzustellen oder die Bekleidungsregeln zu lockern. Ab 26° Celsius muss gehandelt werden, um die Temperaturen in den Griff zu bekommen. Passiert das nicht, können neben einem Verfahren durch die Ärztekammer auch ein Bußgeld in Höhe von 5.000€ oder schlimmstenfalls eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr drohen – letzteres aber nur bei Missachtung einer akuten Gesundheitsgefährdung. Steigen die Temperaturen regelmäßig, das heißt mehr als vier Mal im Monat, in unzumutbare Höhen und ist das Bekämpfen der Hitze nicht so einfach möglich, können Zahnärzte, die ihre Praxisräume angemietet haben, auch den Vermieter in die Pflicht nehmen.

Bei konstanter Raumtemperatur von mindestens 35° Celsius in der Praxis wird der Zahnarzt jedoch, unabhängig von einem Mietverhältnis, nach Arbeitsstättenverordnung A3.5 Hitzefrei geben müssen.