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Abrechnungs-Update: EBM-Sonderregelungen bis 2021 verlängert

Wir geben Ihnen einen Überblick

Die Fristen für folgende Sonderregelungen wurden bis einschließlich zum 31. März 2020 verlängert:

AU-Bescheinigung per Telefon für bis zu 7 Tage

Bis zum 31. März 2021 dürfen Vertragsärzte bekannte und unbekannte Patienten für bis zu 7 Kalendertage am Telefon krankschreiben. Weitere Informationen zu den Voraussetzungen und Details finden Sie in unserem Fachartikel und auf der Themenseite der KBV zur AU-Bescheinigung.

Mehr Konsultationen per Telefon

Die Möglichkeit zur telefonischen Betreuung der Patienten, die bereits im 2. Quartal 2020, wurde seit dem 2. November 2020 reaktiviert und nun bis zum 31. März 2021 ausgeweitet. Analog dazu hat der G-BA diese Regelungen auch für die ambulante spezialfachärztliche Versorgung umgesetzt. Bitte beachten Sie bei der Abrechnung (GOP 01433, 01434, 01435) die einschlägigen Abrechnungsvoraussetzungen. Informationen hierzu finden Sie in unserem Fachartikel und auf der Themenseite der KBV telefonischen Konsultation.

Portokosten für Folgerezepte, Verordnungen und Überweisungen

Für den postalischen Versand von bestimmten Folgeverordnungen und Überweisungsscheinen werden Ärzten die Portokosten erstattet. Bekannte Patienten (also die bereits bei der Praxis in Behandlung sind) müssen bis zum 31. März 2021 damit nicht in die Praxis kommen, um sich nur ein Rezept oder eine Verordnung abzuholen. In diesem Fall muss auch nicht die elektronische Gesundheitskarte eingelesen werden. Weitere Informationen zu den Voraussetzungen und Details finden Sie in unserem Fachartikel und auf der Themenseite der KBV zu den Portokosten.

Videosprechstunde unbegrenzt möglich

Ärzte und Psychotherapeuten können Videosprechstunden unbegrenzt anbieten. Die Limitierungen für Fallzahlen und Leistungsmengen wurden nun bis zum 31. März 2021 aufgehoben. Die Videosprechstunde ist bei allen Indikationen möglich und auch dann, wenn der Patient zuvor noch nicht bei dem Arzt in Behandlung war. Auch ärztliche und psychologische Psychotherapeuten dürfen bestimmte Leistungen per Videosprechstunde durchführen und abrechnen, unter anderem Einzeltherapiesitzungen. Weitere Informationen zu den Voraussetzungen und Details finden Sie in unserem Fachartikel und auf der Themenseite der KBV zur Videosprechstunde.

Lockerungen bei Verordnungen von Heil- und Hilfsmitteln und anderen Leistungen

Fast alle Sonderregelungen, die bereits im Frühjahr aufgrund der Coronavirus-Pandemie für veranlasste Leistungen galten, sind seit dem 2. November 2020 wieder in Kraft. Sie gelten nun zunächst bis einschließlich Januar 2021 und sollen bei Bedarf verlängert werden. Unter anderem sind jetzt Folgeverordnungen von häuslicher Krankenpflege, Heilmitteln und Hilfsmitteln bei bekannten Versicherten wieder nach telefonischer Anamnese möglich. Bereits bestehende Sonderregelungen im Bereich der veranlassten Leistungen gelten weiter. Weitere Informationen zu den Voraussetzungen und Details finden Sie in unserem Fachartikel und auf der Themenseite der KBV zu den Verordnungen.

Entlassmanagement: Verordnungen für bis zu 14 Tage

Krankenhäuser können für einen längeren Zeitraum nach der Entlassung zum Übergang in die ambulante Versorgung Leistungen veranlassen beziehungsweise Bescheinigungen ausstellen. Konkret sind es jetzt 14 Tage. Dabei geht es um folgende Leistungen: AU-Bescheinigung, häusliche Krankenpflege, Hilfsmittel, Soziotherapie, Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV) sowie Heilmittel. Hier wurde die 12-Kalendertage-Frist, bis zu der die vom Krankenhaus verordnete Heilmittelbehandlung abgeschlossen sein muss, auf eine 21-Kalendertage-Frist erweitert.

Bei der Verordnung von Arzneimitteln im Entlassmanagement wurde die Begrenzung auf eine Packung mit dem kleinsten Packungsgrößenkennzeichen ausgesetzt. Für sonstige Produkte wie Blutzuckerstreifen oder Verbandmittel dürfen Rezepte für den Bedarf von bis zu 14 Tagen ausgestellt werden. Die Einlösefrist für Entlassrezepte wurde auf 6 Werktage verlängert.

Weitere Informationen zu den Voraussetzungen und Details finden Sie auf der Themenseite der KBV zum Entlassmanagement.

Diese Regelung gilt solange der Bundestag eine epidemische Lage von nationaler Tragweite feststellt, d.h. aktuell bis zum 31. März 2021.

Aussetzen von QS-Maßnahmen weiterhin möglich

Vor dem Hintergrund, dass aufgrund der Corona-Krise weiterhin bestimmte Qualitätsvorgaben nicht eingehalten werden können, können bestimmte Qualitätssicherungs-Maßnahmen weiterhin bis zum 31. März 2021 ausgesetzt werden oder Abweichungen von den Bundesvorgaben zugelassen werden. Darüber hinausgehende Lockerungen sind in Regionen mit hohen Infektionszahlen möglich. Weitere Informationen zu den Voraussetzungen und Details finden Sie auf der Themenseite der KBV zur QS.

Nachweispflicht für Fortbildung verlängert

Die Frist für den Nachweis der fachlichen Fortbildung wird für Ärzte und Psychotherapeuten aufgrund der Coronavirus-Pandemie um ein weiteres Quartal bis zum 31. März 2021 verlängert. Die Verlängerung der Nachweispflicht zur fachlichen Fortbildung gilt auch für Ärzte und Psychotherapeuten, die bereits mit Honorarkürzungen und Auflagen zum Nachholen der Fortbildungen innerhalb von zwei Jahren belegt wurden. Weitere Informationen zu den Voraussetzungen und Details finden Sie auf der Themenseite der KBV zur Fortbildung.

  • Tipp
    Daneben gibt es u.a. noch weitere Sonderregelungen (bspw. für die Bereiche Psychotherapie, DMP, U-Untersuchungen, Dialyse, Substitution), deren Fristen verlängert worden sind. Mehr Informationen hierzu finden Sie in den Praxisnachrichten der KBV.

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