736 490 BFS

Abrechnungs-Update: Sonderregelungen wieder in Kraft

Im Zuge der zweiten Corona-Welle wurden einige Sonderregelungen für die Abrechnung, die bereits im 2. Quartal 2020 galten, erneut ins Leben gerufen und einige neue Vorgaben geschaffen. Wir geben Ihnen einen Überblick:

Telefonsprechstunde

Befristet vom 2. November bis vorerst zum 31. März 2021 können ärztliche und psychotherapeutische Konsultationen per Telefon wieder in erweitertem Umfang durchgeführt und abgerechnet werden.

  • Erhebung der Patientendaten
    Für das Einlesen der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) gilt: Findet in einem Quartal ausschließlich ein telefonischer Kontakt statt, übernehmen Ärzte die Versichertendaten aus der Patientenkartei. Die Vorlage der eGK ist in diesem Fall nicht erforderlich.

Bei bekannten Patienten werden für die telefonische Beratung Zuschläge entweder neben der Grund-/Versichertenpauschale oder der Bereitschaftspauschale (GOP 01435) berechnet.

  • Nur bei bekannten Patienten
    Generell gilt: Die telefonische Beratung ist nur bei bekannten Patienten und/oder deren Bezugspersonen möglich. Der Patient gilt als bekannt, wenn er im aktuellen oder in einem der zurückliegenden sechs Quartale wenigstens einmal in der Praxis war (Zeitraum: Quartale 2/2019 – 4/2020).

Welcher Zuschlag (GOP 01433, 01434) in welcher Häufigkeit berechnungsfähig ist, hängt von der jeweiligen Fachgruppe ab: Ärztl. u. psych. Psychotherapeuten, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, FÄ für Neurologie, Nervenheilkunde, Neurologie u. Psychiatrie, Psychiatrie u. Psychotherapie, Neurochirurgie, Psychosomatische Medizin u. Psychotherapie, Kinder- u. Jugendpsychiatrie bzw. Kinder- u. Jugendpsychiatrie u. –psychotherapie.

AU-Bescheinigungen per Telefon

Befristet vom 19. Oktober bis vorerst zum 31. Dezember 2020 können für bekannte Patienten mit leichten Erkrankungen der oberen Atemwege wieder telefonisch AU-Bescheinigungen (Muster 1 und Muster 21) ausgestellt und per Post verwendet werden.

  • EGK und „bekannte“ Patienten
    Auch für die telefonischen AU-Bescheinigungen gelten die gleichen Regelungen für die bekannten Patienten und deren im Praxisverwaltungssystem gespeicherten Versichertenstammdaten.

Das Ausstellen einer AU nach telefonischer Anamnese ist für bis zu sieben Tage möglich, bei Bedarf kann diese einmalig um weitere sieben Tage verlängert werden.

Die telefonische AU-Ausstellung und Versendung kann wie folgt abgerechnet werden:

  • Versicherten- bzw. Grundpauschale plus Pseudo-GOP 88122 (0,90 €) für das Porto bei postalischem Versand, wenn der Patient in dem Quartal mindestens einmal bei dem Arzt in der Praxis war oder einen Arzt-Patienten-Kontakt per Videosprechstunde hatte oder
  • GOP 01435 (Haus-/Fachärztliche Bereitschaftspauschale) plus Pseudo-GOP 88122 (0,90 €) für das Porto bei postalischem Versand, wenn der Patient in dem Quartal weder bei dem Arzt in der Praxis, noch in einer Videosprechstunde war und nur telefonischen Kontakt mit dem Arzt hatte.
  • Bitte beachten Sie:
    Die Ausstellung einer AU kommt nicht in Betracht für gesunde Eltern, deren Kinder aufgrund behördlicher Anweisung keine Kita bzw. Schule aufsuchen können und deswegen einer häuslichen Betreuung bedürfen.

Versand von Folgerezepten, Überweisungen, Verordnungen per Post

Vom 2. November bis zum 31. Dezember 2020 können für bekannte Patienten bestimmte Folgeverordnungen und Überweisungsscheine wieder Portokosten erstattet werden.

  • EGK und „bekannte“ Patienten
    Auch für die Versendung von Folgerezepten und co. gelten die gleichen Regelungen für die bekannten Patienten und deren im Praxisverwaltungssystem gespeicherten Versichertenstammdaten.

Die Versandkosten können mit der Pseudo-GOP 88122 (0,90 €) für folgende Formulare abgerechnet werden:

  • AU-Bescheinigungen
  • Folgeverordnungen von Arzneimitteln (auch BtM-Rezepte) sowie von Verband- und Hilfsmitteln, die auf Muster 16 verordnet werden (somit Ausnahme von Sehhilfen und Hörhilfen)
  • Folgeverordnungen für häusliche Krankenpflege (Muster 12)
  • Folgeverordnungen für Heilmittel (Muster 13 Physiotherapie und Podologie, Muster 14 Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie, Muster 18 Ergotherapie und Ernährungstherapie).
  • Folgeverordnungen für die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV; Muster 63)
  • Überweisungen (Muster 6 und 10)
  • Verordnung einer Krankenbeförderung (Muster 4)
  • Bitte beachten Sie:
    Auch Wiederholungsrezepte für Kontrazeptiva und Überweisungsscheine im Zusammenhang mit der Empfängnisregelung können Ärzte vom 02. November 2020 bis zum 31. Dezember 2020 zusenden. Hierfür kann ebenfalls die Pseudo-GOP 88122 übergangsweise neben der GOP 01820 abgerechnet werden.

Für eine individuelle Beratung zu Ihrer Abrechnung sprechen Sie gerne unsere Expertenteams an!

Kontakt