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Abrechnungs-Update: „Unzeit“-Kontakte richtig abrechnen

GOÄ und EBM bergen Abrechnungspotentiale

Patienten brauchen oft Hilfe außerhalb der Büro- und Praxiszeiten. Für ärztliche Leistungen zu den sog. „Unzeiten“ sind in der GOÄ und im EBM spezielle Ziffern vorgesehen, die den erhöhten Aufwand außerhalb der Sprechstunde, nachts oder an Samstagen, Sonn- oder Feiertagen honorieren. Wir geben Ihnen einen Überblick, um welche Ziffern es sich handelt und welche Spielregeln dabei zu beachten sind.

GOÄ

Bei Privatpatienten wird der erhöhte Aufwand für die allgemeinen ärztlichen Untersuchungen und Beratungen zu Unzeiten über die Zuschläge A bis D aus Abschnitt II der GOÄ abgebildet. Informationen zu den Zuschlägen E bis J sowie für Kinder finden Sie im GOÄ-Ratgeber der Bundesärztekammer (BÄK).

  • BFS-TIPP
    Die Zuschläge müssen in der Rechnung unmittelbar im Anschluss an die den Zuschlag auslösende Leistung mit der Uhrzeit (bspw. Ziff. 1 – Zuschlag B – 07:30 Uhr) angeführt werden. Erst danach folgt die nächste Rechnungsposition. Dokumentieren Sie den Behandlungszeitpunkt möglichst genau (ggf. auch stichpunktartig den Inhalt der Beratung).

Folgende Abrechnungsbestimmungen gelten übereinstimmend für die Zuschläge A bis D:

  • Nur bei einem Arzt-Patienten-Kontakt neben den Ziff. 1, 3, 4, 5, 6, 7, 8 GOÄ berechnungsfähig.
  • Nur mit dem 1-fachen Gebührensatz berechnungsfähig.
  • Nur 1-x je Inanspruchnahme des Arztes berechnungsfähig.
  • Daneben dürfen die Zuschläge E bis J und K2 nicht berechnet werden.
  • Auch bei Beratungen (Ziff. 1, 3 GOÄ) per Telefon oder Videosprechstunde berechnungsfähig.
  • Auch im geregelten Notdienst berechnungsfähig.

Der „Kinderzuschlag“ K1 darf auch neben den Zuschlägen A bis D berechnet werden. K1 ist aber nicht an eine Unzeit, sondern nur an das Lebensalter gebunden. Er ist deshalb auch stets innerhalb normaler Sprechstundenzeiten zu den Ziff. 5 bis 8 GOÄ berechenbar

  • KRANKENHAUSÄRZTE
    Der Zuschlag A darf von Krankenhausärzten nie berechnet werden; die Zuschläge B bis D dürfen nur dann berechnet werden, wenn die Leistungen durch den liquidationsberechtigten Arzt oder seinen Vertreter erbracht werden. Der Zuschlag D ist zudem nur außerhalb der Zeit von 8:00 bis 20:00 Uhr vom Wahlarzt/Vertreter berechnungsfähig. Mehr Informationen finden Sie hier im GOÄ-Ratgeber der BÄK: Zuschläge A-D für Krankenhausärzte, Zuschläge E-J für Krankenhausärzte.

Zuschlag A – Außerhalb der Sprechstunde (4,08 €)

Sie können den Zuschlag A abrechnen, wenn Sie ein Patient außerhalb Ihrer Sprechstunde erreicht, aber noch keine „Unzeit“ im Sinne der GOÄ vorliegt (s.u.), die Zuschläge B bis D also nicht greifen. Gemeint sind damit Fälle, in denen die Sprechstunde (unabhängig von den auf dem Praxisschild angegebenen Sprechzeiten) tatsächlich beendet wurde, die Praxis für Patienten geschlossen ist und Arzt und Praxisteam eigens zur Versorgung eines Patienten in der Praxis verbleiben. Beispielsweise kann dies auf den „klassischen“ Mittwochnachmittag zutreffen:

Beispiel: Die Sprechstunde ist um 13 Uhr zu Ende. Nach Erledigung von Telefonaten und Anfragen will der Arzt seine Praxis gegen 14 Uhr verlassen. Da erscheint ein Patient mit einer Platzwunde. Der Zuschlag A kann hier neben der Wundversorgung (Ziff. 5 GOÄ) abgerechnet werden.

Wird die Sprechstunde für einen Patienten jedoch lediglich über die übliche Sprechstundenzeit hinaus fortgesetzt, ist nach der Logik der GOÄ keine Beendung des Praxisbetriebs gegeben und somit die Abrechnung des Zuschlages A verwehrt. Im Falle von Hausbesuchen und Samstagen gelten übrigens noch folgende Besonderheiten:

  • In einer Samstagssprechstunde kann der Zuschlag A nicht abgerechnet werden (s. Zuschlag D).
  • Wenn bei einem Hausbesuch (Ziff. 50 GOÄ) außerhalb der Sprechstunde eine Untersuchungsleistung (bspw. Ziff. 7 GOÄ) erbracht wird (bspw. mittwochnachmittags), ist der Zuschlag A neben der Untersuchungsziffer abrechnungsfähig. Bitte beachten Sie, dass die BÄK den Fall des Mittwochnachmittags als akzeptierte Ausnahme betrachtet, der Zuschlag A aber nicht generell als zusätzliche Vergütung bei Hausbesuchen gedacht ist.

Zuschlag B – Außerhalb der Sprechstunde zwi. 20:00-22:00 Uhr, 6:00-8:00 Uhr (10,49 €)

Versorgen Sie Ihre Patienten am späten Abend (20:00-22:00 Uhr) oder am frühen Morgen (6:00-8:00 Uhr) außerhalb der Sprechstunde können Sie den Zuschlag B neben einer Beratung/Untersuchung abrechnen. Die Zuschläge A und C können daneben nicht abgerechnet werden.

Zuschlag C – In der Zeit von 22:00-6:00 Uhr (18,65 €)

Findet eine Beratung/Untersuchung in der Nacht (22:00-6:00 Uhr) statt, rechnen Sie dies mit dem Zuschlag C ab. Dieser kann nicht mit den Zuschlägen A und B kombiniert werden.

Zuschlag D – Samstags, sonn- und feiertags (12,82 €)

Der Zuschlag „D“ gilt immer an Samstagen, Sonn- und Feiertagen und ist nicht an Sprechstunden- oder Uhrzeiten gebunden. Werden die Leistungen samstags, sonn- und feiertags zudem in der Zeit zwischen 20:00 bis 8:00 Uhr erbracht, ist neben dem Zuschlag D auch der Zuschlag B oder C berechnungsfähig. Es gilt jedoch eine Besonderheit für Samstagssprechstunden: Zuschlag D ist dann nur mit dem ½ Gebührensatz (6,41 €) berechnungsfähig.

ZuschlagAußerhalb der Sprechstunde20:00-22:00 Uhr, 6:00-8:00 Uhr 22:00-6:00 UhrSa, So, Feiertag
Ax
Bxx
Cxx
Dxxx

Check-Liste

  • Vergessen Sie die Zuschläge nicht bei (video-)telefonisch erbachten Beratungen.
  • Übersehen Sie nicht die Kombinierbarkeit der Zuschläge am Wochenende.
  • Die Zuschläge gelten auch im organisierten Notdienst.

EBM

Auch der EBM kennt drei spezielle Gebührenordnungspositionen (GOP) für die Behandlung von Patienten, die nach Ende der Sprechstunde an der Praxistür klingeln oder am Wochenende um Hilfe bitten: GOP 01100, 01101, 01102. Die Abrechnungslogik und die „abrechnungstechnischen“ Unzeiten unterscheiden sich dabei von denen der GOÄ. Lukrativ sind die EBM-Ziffern aber ebenfalls, da sie in der Regel außerhalb der Mengenbegrenzung und zum vollen €-Wert vergütet werden.

GOP 01100 und 01101 – Unvorhergesehene Inanspruchnahme

Die sog. Unzeitgebühren können mit den GOP 01100 und 01101 abgerechnet werden, wenn ein Patient seinen Arzt unvorhergesehen zu den im EBM definierten Unzeiten kontaktiert. Damit sind persönliche Arzt-Patienten-Kontakte und Telefonate gemeint (ein Kontakt mit Praxismitarbeitern reicht jedoch nicht aus).

  • BEZUGSPERSONEN
    Die GOP 01100, 01101 und 01102 sind auch bei persönlicher oder telefonischer Inanspruchnahme des Arztes durch Bezugspersonen berechnungsfähig, wenn der Patient selbst nicht in der Lage ist, den Kontakt zum Arzt wahrzunehmen (z.B. bei schwerkranken, dementen oder ähnlich kommunikationsgestörten Patienten).

Als Faustformel für die Unzeiten gilt: Versorgen Sie Ihre Patienten werktags am späten Abend oder tagsüber am Wochenende/feiertags, rechnen Sie die GOP 01100 ab; für die Nachtzeit an allen Tagen ist die GOP 01101 da.

GOP 01100 (21,80 €) –  zwischen 19:00-22:00 Uhr an Werktagen sowie zwischen 7:00-19:00 Uhr an Samstagen, Sonntagen und gesetzlichen Feiertagen (inkl. 24.12, 31.12)

GOP 01101 (34,82 €) –  zwischen 22:00-07:00 Uhr an Werktagen sowie zwischen 19:00-7:00 Uhr an Samstagen, Sonntagen und gesetzlichen Feiertagen (inkl. 24.12, 31.12)

Mit unvorhergesehen ist gemeint, dass der Patient den Arzt von sich aus ohne vorherige Vereinbarung kontaktieren muss. Die Initiative muss also vom Patienten ausgehen und darf nicht seitens der Praxis veranlasst bzw. gesteuert worden sein. Ob es sich dabei um einen Notfall handelt oder nicht, spielt keine Rolle.

Beispiel I: Ein Patient ruft wegen seines hohen Blutdrucks früh morgens vor der Sprechstunde gegen 6.30 Uhr in der Praxis an. Es ist bereits ein Arzt anwesend, der den Patienten berät und die GOP 01101 abrechnen kann.
Beispiel II: Nach einem kleineren chirurgischen Eingriff, wird der Patient darum gebeten nach der Sprechstunde gegen 20 Uhr zwecks Befundkontrolle anzurufen. Die GOP 01102 kann nicht berechnet werden.
  • ARZT-HANDY & NOT-TELEFONNUMMERN
    In einigen Fällen geben Ärzte eine mobile oder ggf. private Telefonnummer an ihre Patienten weiter, damit diese sich bei Problemen auch außerhalb der regulären Sprechstundenzeiten melden können. Wenn die Patienten dies dann zu den sog. „Unzeiten“ tun, dürfen Ärzte die GOP 01100, 01101 grundsätzlich abrechnen. Dies wurde vom Bundessozialgericht nun ausdrücklich bestätigt (BSG, Urt. v. 15.07.2020, Az.: B 6 KA 13/19 R). Ein Geschäftsmodell für „Abend-/Wochenendtermine“ darf daraus jedoch nicht gemacht werden. Denn weder dürfen die Patienten einbestellt werden, noch darf die Initiative für die Inanspruchnahme in erster Linie vom Arzt ausgehen. Aus diesen Gründen sind auch keine Fälle nach den GOP 01100, 01101 berechnungsfähig, in denen der Arzt den Patienten kontaktiert.

Ausschlüsse

Ähnlich wie in der GOÄ-Abrechnung kommt es für die Abrechenbarkeit der GOP 01100, 01101 darauf an, wann tatsächlich Sprechstunden stattfinden und nicht was auf dem Praxisschild angegeben ist. Das bedeutet, dass die Unzeitziffern nicht abgerechnet werden können, wenn eine Sprechstunde  zu den „EBM-Unzeiten“ stattfindet (bspw. werktags bis um 20 Uhr). Zudem sind die GOP 01100 und 01101 bei rein präventiven Behandlungen sowie neben Substitutionsbehandlungen (GOP 01949-01951, 01953, 01955-01956) ausgeschlossen. Auch im organisierten Notfalldienst und neben Hausbesuchen ist eine zusätzliche Abrechnung der GOP 01100 und 01101 nicht möglich.

GOP 01102 – „Samstagssprechstunde“ 7:00-14:00 Uhr

Findet an Samstagen in der Zeit von 07:00 bis 14:00 Uhr eine Sprechstunde statt, kann die GOP 01102 sowohl für geplante als auch für unvorhergesehene Arzt-Patienten-Kontakte abgerechnet werden. Werden zu diesen Zeiten Sprechstunden angeboten, spielt es für die Berechnungsfähigkeit keine Rolle, ob der Kontakt vorhersehbar war oder nicht. Ebenso wie die Unzeit-GOP 01100, 01101 kann die GOP 01102 auch für Telefonate mit den Patienten abgerechnet werden (bspw. Besprechung von Befundergebnissen i. R. d. Telefonsprechstunde). Da es für die GOP 01102 nicht darauf ankommt, ob der Kontakt mit dem Patienten vorhersehbar war oder nicht, spielt es auch für ein Telefonat keine Rolle, ob der Patient in der Praxis anruft oder Sie Ihren Patienten nach Absprache kontaktieren. Auch existiert für die GOP 01102 kein Ausschluss für Vorsorgeuntersuchungen: werden diese in der Samstagssprechstunde in der Zeit von 07:00 bis 14:00 Uhr angeboten, kann die GOP 01102 zusätzlich abgerechnet werden. Findet jedoch kein Kontakt zwischen Arzt und Patient statt – bspw. beim alleinigen Abholen eines Rezepts (GOP 01430 – Verwaltungskomplex) – kann die GOP 01102 nicht abgerechnet werden. Zwar ist die GOP 01102 im organisierten Notfalldienst und bei Hausbesuchen ebenfalls ausgeschlossen; eine Ausnahme stellen aber geplante Mitbesuchen in Alten- oder Pflegeheimen dar (GOP 01413), bei denen die GOP 01102 abgerechnet werden kann.

Nebeneinanderabrechnung

Die GOP 01100, 01101 und 01102 können im Fall mehrerer (telefonischer) Konsultationen am selben Tag entsprechend mehrfach abgerechnet werden.

Beispiel: In der Samstagsprechstunde gegen 9 Uhr werden mit einem Patienten in der Praxis die vorliegenden Befunde aus einer veranlassten bildgebenden Untersuchung besprochen. Der Patient ruft am selben Tag gegen 13:30 Uhr in der Praxis an, da er sich mit Angehörigen über die Befunde ausgetauscht hat und nun verunsichert ist. Arzt und Patient tauschen sich daraufhin erneut aus. In diesem Fall kann die GOP 01102 einmal für die Konsultation in der Praxis am Morgen und für den Telefonanruf am Mittag abgerechnet werden. Die GOP 01100 kommt hingegen nicht in Frage, da eine Sprechstunde stattfindet.
  • BFS-TIPP
    Insbesondere in den Fällen, in denen die GOP 01100, 01101, 01102 mehrfach abgerechnet werden, sollten die Uhrzeiten und ggf. Stichpunkte zu den Gesprächsinhalten sorgfältig dokumentiert werden.
GOPWerktags
19:00-22:00 Uhr
Werktags 22:00-7:00 UhrSa, So, Feiertag 7:00-19:00 UhrSa, So, Feiertag 19:00-7:00 UhrSamstagsspr.-St.
7:00-14:00 Uhr
01100xx
01101xx
01102x

Check-Liste

  • Vergessen Sie die GOP 01100, 01101, 01102 nicht, wenn Sie vom Patienten angerufen werden.
  • Wenn Sie eine (private) Not-Telefonnummer an die Patienten weitergeben, steht dies der Abrechnung der GOP 01100, 01101 nicht entgegen.
  • Auch die Inanspruchnahme durch Bezugspersonen rechtfertigt die GOP 01100, 01101, 01102.
  • Im Fall von Gruppenbehandlungen, sind die GOP 01100, 01101, 01102 nur bei einem Patienten berechnungsfähig.
  • Die GOP 01100, 01101, 01102 sind am selben Tag mehrfach abrechnungsfähig.
  • BFS-TIPP
    Für Praxen mit mehreren Ärzten (BAG/MVZ): finden ärztliche Telefongespräche zu anderen als in den GOP 01100, 01101 und 01102 genannten Zeiten statt, kann die GOP 01435 berechnet werden, sofern entweder noch keine Versicherten/-Grundpauschale abgerechnet wurde oder das Telefongespräch mit einem andern Arzt stattfindet und somit ein zweiter Arztfall vorläge.

Und wie steht es um E-Mails?

Es kann durchaus vorkommen, dass Patienten per E-Mail Kontakt zu ihrem Arzt aufnehmen und eine Antwort per E-Mail wünschen. Berufsrechtlich ist es grundsätzlich zulässig bekannte Patienten per E-Mail beraten und dies auch abzurechnen. Eine ausdrückliche Ausnahme gibt es lediglich für SMS und Messenger-Dienste, die nicht genutzt werden und daher auch nicht abgerechnet werden dürfen.

  • BFS-TIPP
    Auch wenn grundsätzlich nichts dagegen spricht Ihren Patienten per E-Mail antworten, muss dies in jedem Einzelfall ärztlich vertretbar sein. Das heißt, dass Sie Ihre Patienten beim geringsten Zweifel dazu auffordern sollten, dass diese persönlichen Kontakt zu Ihnen/zur Praxis aufnehmen. Vorsorglich können Sie in alle E-Mails, die Sie an Ihre Patienten senden, einen entsprechenden Hinweis aufnehmen.

Abrechnung

Zunächst hängt es vom Inhalt Ihrer E-Mail ab, was Sie abrechnen können. Für bloße Terminvereinbarungen oder Befundmitteilungen können Sie weder nach der GOÄ noch dem EBM Gebühren berechnen. Sofern aber schriftlich beraten wird Zur Abrechnung kommen im EBM und in der GOÄ die Ziffern in Frage, bei denen kein persönlicher Kontakt von Arzt und Patient vorausgesetzt wird. Bei Privatpatienten kommen hierfür Ziffer 1 und 3 GOÄ in Frage (mit entsprechendem Zusatz in der Abrechnung, bspw. „per E-Mail“). Im EBM steht die GOP 01435 zur Verfügung, sofern im demselben Arztfall noch keine Versicherten-/Grundpauschale abgerechnet worden ist.

E-Mails zu Unzeiten?

Unklar ist bislang jedoch, unter welchen Voraussetzungen die Unzeit-Ziffern aus GOÄ und EBM im Fall von E-Mails abgerechnet werden können. Denn anders als bspw. bei einem Telefonat, welches außerhalb der Sprechstunde geführt wird, kann eine E-Mail auch bloß außerhalb der Sprechstunde zugehen, jedoch bis zum Beginn der nächsten Sprechstunde ungelesen im Postfach liegen. Der Zeitpunkt der Kontaktaufnahme und der ärztlichen Beratung können also auseinanderfallen. Für so einen Fall ist weder für die EBM- noch die GOÄ-Abrechnung geregelt, ob es darauf ankommt, wann die E-Mail angekommen ist und/oder wann diese beantwortet wird. Die Abrechnung einer Unzeit-Ziffer bei E-Mails wird nach der Logik von EBM und GOÄ wohl nur dann in Frage kommen, wenn die Bearbeitung resp. Beantwortung auch tatsächlich zu den definierten Unzeiten erfolgt. Auch hier gilt wie immer: dokumentieren Sie besonders sorgfältig.

Datenschutz

Beachten Sie bitte generell bei der Nutzung von E-Mails und allen anderen elektronischen Medien für die Kommunikation mit Ihren Patienten: diese ist nur dann datenschutz- und schweigepflichtskonform, wenn eine sichere end-to-end Verschlüsselung genutzt wird (mehr Informationen finden Sie in den Empfehlungen zum Datenschutz der BÄK/KBV). Für die Einhaltung des Datenschutzes ist allein der Arzt verantwortlich.