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Abrechnungs-Update: Veranlasste Leistungen

Testung symptomfreier Personen: Neuer ICD-Kode seit dem 1. Juni

Für die Kodierung von nicht kurativen Corona-Tests bei symptomfreien Personen gibt es zum 1. Juni 2020 einen neuen ICD-Kode. Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information hat dafür die „U99.0! Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf SARS-CoV-2“ in die ICD-10-GM aufgenommen. Die KBV hat die Softwarehäuser entsprechend informiert, damit sie die Änderungen in der Praxisverwaltungssoftware umsetzen können.

  • Bei dem neuen Kode U99.0! handelt es sich um eine Sekundärschlüsselnummer (Ausrufezeichenschlüsselnummer). Er ist zusammen mit dem ICD-Kode Z11 „Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf infektiöse und parasitäre Krankheiten“ anzugeben.

Mit dem neuen ICD-Kode U99.0! sollen die Fälle erfasst und spezifisch gekennzeichnet werden, bei denen keine Symptome für eine Infektion mit SARS-CoV-2 bestehen, jedoch ein entsprechender Labortest durchgeführt wurde und dessen Ergebnis negativ ausfällt.

Eine rückwirkende Verschlüsselung von Fällen vor dem 1. Juni 2020 ist nicht erforderlich.

Künftig soll es mehr Tests von Personengruppen geben, bei denen keine Symptome einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 vorliegen.

Das Bundesgesundheitsministerium hat dazu einen Referentenentwurf für eine entsprechende Rechtsverordnung vorgelegt. Diese soll den Anspruch auf bestimmte Testungen und unter anderem auch die Finanzierung regeln.

Sonderregelungen für veranlasste Leistungen verlängert

Die Sonderregelungen, die aufgrund der Coronavirus-Pandemie für veranlasste Leistungen gelten, bedeuten Erleichterungen für Praxen und Patienten. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat nun fast alle Sonderregelungen um einen Monat bis zum 30. Juni 2020 verlängert.

Ausnahme: Entlassmanagement
Eine Ausnahme sind die Sonderregelungen im Entlassmanagement. Diese werden aufgrund der Vorgaben der SARS-CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung fortgeführt, solange durch den Deutschen Bundestag eine epidemische Lage von nationaler Tragweite festgestellt ist.

Dazu gehört, dass Krankenhäuser zum Übergang in die ambulante Versorgung Verordnungen von Heil- und Hilfsmitteln, häuslicher Krankenpflege oder auch der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung weiterhin für bis zu 14 Tage ausstellen dürfen.

Keine AU per Telefon mehr
Eine Sonderregelung, die bereits seit dem 1. Juni entfallen ist, ist die AU-Bescheinigung per Telefon. Auch einige andere Sonderregelungen sind Ende Mai ausgelaufen. So dürfen Erstverordnungen häuslicher Krankenpflege nicht mehr für mehr als 14 Tage ausgestellt werden.

Empfehlungen für Heilmittel ebenfalls verlängert
Auch die Empfehlungen der Krankenkassenverbände und des GKV-Spitzenverbandes für Heilmittelbehandlungen und deren Abrechnung wurden bis zum 30. Juni verlängert. Demnach sind sowohl bestimmte Heilmitteltherapien auch als Videobehandlung möglich, wenn sie aus Sicht des Heilmitteltherapeuten stattfinden können und der Versicherte eingewilligt hat.

Möglich ist dies beispielsweise bei Krankengymnastik einschließlich Atemtherapie sowie bei allen Maßnahmen der Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie und Ergotherapie.

Sollten Korrekturen auf den ärztlichen Verordnungen notwendig sein, sollen Heilmitteltherapeuten Änderungen oder Ergänzungen auf dem Formular selbst vornehmen können, ohne dafür eine erneute ärztliche Unterschrift einholen zu müssen. Ausnahmen sind die Angaben zum Heilmittel und zur Verordnungsmenge. Für Änderungen dieser Angaben ist weiterhin die Arztunterschrift mit Datumsangabe notwendig.

Für eine individuelle Beratung zu Ihrer Abrechnung kontaktieren Sie gerne unser Expertenteam.

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