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SARS-CoV-2: Sonderregelungen für veranlasste Leistungen

Das sind die kurzfristigen Besonderheiten

Es wurden zahlreiche Erleichterungen zu Verordnungen zu verschiedenen Leistungen vom Gemeinsamen Bundesausschuss beschlossen.

Erleichterungen vom Krankentransport

Ärzte, die für COVID-19-Patienten oder Quarantäne-Patienten einen notwendigen, nicht aufschiebbaren Krankentransport (nicht: Krankenfahrt im Taxi) zu einer ambulanten Behandlung veranlassen, müssen diese Verordnung kennzeichnen. Eine Genehmigung der Krankenkasse ist vorübergehend nicht mehr notwendig. Die Fristen für die Verordnung von Krankenfahrten (z.B. im Taxi) zu einer vor- oder nachstationären Behandlung wurden zudem erweitert.

Folgeverordnungen nach telefonischer Anamnese

Für bekannte Patienten, also derjenigen, die im laufenden Quartal oder im Vorquartal bereits in Ihrer persönlich vorstellig waren, können Folgeverordnungen auch nach telefonischer Anamnese ausgestellt und per Post direkt an den Patienten verschickt werden. Im Einzelnen setzt dies voraus, dass der Patient von dem verordnenden Arzt bereits zuvor persönlich untersucht worden ist, es sich um dieselbe Erkrankung handelt und sich der Arzt telefonisch vom Zustand des Patienten überzeugt.

Während Arzneimittel auch bisher schon in Ausnahmefällen an Patienten per Post versendet werden durften, gilt dies nun auch für folgende Fälle:

Leistung Umfang
Häusliche Krankenpflege alle Folgeverordnungen
Heilmittel alle Folgeverordnungen und alle Verordnungen außerhalb des Regelfalls
Hilfsmittel Folgeverordnungen zum Verbrauch bestimmter Hilfsmittel, zum Beispiel Stomabeutel oder Produkte zur Inkontinenzversorgung
Krankenbeförderung alle Verordnungen von Krankenfahrten und Krankentransporten (gilt nicht nur für Folgeverordnungen und auch aufgrund von bisher noch nicht behandelten Erkrankungen)
Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) alle Folgeverordnungen

Diese Regelungen gelten rückwirkend ab dem 03. März bis einschließlich zum 31. Mai 2020. Nähere Informationen und weitere Sonderreglungen (insbes. Verordnungsfristen) finden Sie hier.

Portokosten

Aufgrund des derzeit steigenden Bedarfs für nicht persönliche Arzt-Patienten-Kontakte, werden die Portokosten in folgenden Fällen erstattet:

Leistung Vordruck
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen Muster 1
Folgeverordnungen für Arzneimittel (einschließlich BtM-Rezepte),
Hilfs- und Verbandmittel
Muster 16;
gilt nicht für Seh- und Hörhilfen
Folgeverordnungen zum Verbrauch bestimmter Hilfsmittel, zum Beispiel Stomabeutel oder Produkte zur Inkontinenzversorgung Muster 16;
gilt nicht für Seh- und Höhrhilfen
Verordnung einer Krankenbeförderung Muster 4
Überweisungen Muster 6 und 10
Folgeverordnungen für häusliche Krankenpflege Muster 12
Folgeverordnungen für Heilmittel Muster 13 Physiotherapie und Podologie,
Muster 14 Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie,
Muster 18 Ergotherapie und Ernährungstherapie
Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) Muster 63

Abrechnung

Die Versandkosten rechnen Sie – wie gewohnt – über die GOP 40122 ab.

Da es sich um Ihre bekannten Patienten handelt, ist eine Vorlage der Gesundheitskarte nicht erforderlich, sofern im selben Quartal kein persönlicher Kontakt stattfindet. Sie übernehmen sodann die Versichertendaten aus Ihrer Patientenkartei und lassen sich vom Patienten bestätigen, dass keine Veränderungen des Versicherungsstatus stattgefunden haben.

Hinweis:
Wiederholungsrezepte für Kontrazeptiva und Überweisungsscheine im Zusammenhang mit der Empfängnisregelung können ebenfalls postalisch an die Patientinnen übersendet und das Porto abgerechnet werden. Es wurde ausdrücklich festgelegt, dass die GOP 40122 übergangsweise (bis zum 31. Mai 2020) neben der GOP 01820 abgerechnet werden darf.

Verwaltungskomplex und Bereitschaftspauschale

Die Abrechnung des Portos ist vorübergehend auch neben der GOP 01430 (Verwaltungskomplex) sowie der GOP 01435 (haus-bzw. fachärztliche Bereitschaftspauschale) berechnungsfähig. Dies bedeutet konkret, dass das Porto für die Rezeptzusendung auch dann abgerechnet werden darf, wenn ein Patient am Praxistelefon mit dem medizinischen Personal gesprochen hat, nicht aber mit dem Arzt selbst.

Diese Regelungen zur Abrechnung gilt zeitlich befristet bis zum 30. Juni 2020.

Sie erreichen uns für alle Fragen, die Ihre Abrechnung betreffen, unter der Telefonnummer
0231 – 945 362 800. Für eine E-Mail folgen Sie einfach dem folgenden Button.

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