Artikel
Zwischen Patientenfokus und Papierflut: Ein Besuch bei
Dr. Michael Weiss
Wenn man eine Zahnarztpraxis betritt, erwartet man moderne Geräte, ein freundliches Team – und vielleicht ein paar Formulare.
Aber wie viel Bürokratie steckt tatsächlich dahinter?
Und wie sehr beeinflusst sie den Alltag von Zahnärzt:innen?
02. April 2026
Wenn man eine Zahnarztpraxis betritt, erwartet man moderne Geräte, ein freundliches Team – und vielleicht ein paar Formulare. Aber wie viel Bürokratie steckt tatsächlich dahinter? Und wie sehr beeinflusst sie den Alltag von Zahnärzt:innen?
Genau darüber spricht Extremschwimmer André Wiersig mit Dr. Michael Weiss in dessen hochmoderner Praxis in Essen. Was wie ein alltägliches Thema klingt, entpuppt sich im Gespräch schnell als einer der größten Unsichtbaren im Praxisalltag: die stetig wachsende Dokumentationslast.
Bürokratie – nötig, aber oft über das Ziel hinausgeschossen
Dr. Weiss macht im Gespräch deutlich, dass Bürokratie ihren Sinn hat. Sie schützt Patient:innen, schafft Transparenz und sorgt für Nachvollziehbarkeit. Aber sie ist auch ein Hindernis, wenn sie über ihre eigentliche Aufgabe hinauswächst. Schon beim Betreten der Praxis wird deutlich, wie präsent das Thema ist: Anamnese ausfüllen, Medikamentenlisten, Röntgenfreigaben, Hygienenachweise, Prozessfreigaben – und viele dieser Arbeitsschritte wiederholen sich bei allen Patient:innen. Selbst ein einfacher, steriler Spiegel muss so dokumentiert werden, dass nachvollziehbar ist, wer ihn freigegeben hat, wie er sterilisiert wurde und wo er sich in welchem Prozessschritt befand. Man merkt schnell, dass für Zahnärzt:innen Bürokratie längst ein Zeitfresser ist, der echten zwischenmenschlichen Kontakt verdrängt.
Digitalisierung und KI: Hoffnung mit langen Wegen
Dr. Weiss sieht große Chancen in digitalen Tools, smarter Anamnese und Künstlicher Intelligenz. Die Praxis gehört zu den frühen Anwendern – sei es bei digitaler Anamnese, KI‑gestützter Dokumentation oder Neuerungen im Praxisworkflow. Aber gleichzeitig bleibt er realistisch. Denn Digitalisierung hilft nur, wenn alles in einem System zusammenläuft. PDFs, die manuell gesucht werden müssen, sind keine Lösung. Gesetzgebung und Regularien bremsen Innovation oft aus.
Besonders deutlich wird seine Vision, wenn er beschreibt, wie ein idealer Workflow aussehen würde: Von einer intelligenten, dynamischen Anamnese bis hin zur automatisierten Rechnungslegung – alles nahtlos, alles integriert. Damit Zahnärzt:innen wieder das tun können, was eigentlich ihr Job ist: Patient:innen behandeln.
„Ich möchte mich um die Patienten kümmern.
Nicht um Papier.“
Dr. Michael Weiss
Jetzt das ganze Interview anschauen.
Eine Mischung aus Praxisrealität, ehrlicher Kritik und echter Zukunftshoffnung.
Dr. Weiss zeigt auf, wie moderne Technik helfen kann – aber auch, warum sie im jetzigen System oft nur Stückwerk bleibt.
Man spürt, dass hier kein Technik-Skeptiker spricht, sondern jemand, der Innovation liebt und trotzdem täglich erlebt, wie sehr Bürokratie den Praxisbetrieb lähmt.
Um das Vimeo Video anzuzeigen ändere bitte deine Cookie Einstellungen