Ein Titelbild von Jessica Hanneken vor einem gelben Hintergrund zum Thema "Jessicas Take-outs".

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Jessicas Take-outs zu 20 Jahren Aktionsbündnis Patientensicherheit

Beim 20-jährigen Jubiläum des APS im Bundesgesundheitsministerium moderierte Jessica Hanneken eine Veranstaltung mit klarem Fazit: Sicherheit ist kein Zustand, sondern ein Prozess – und er rettet Leben.

18. Dezember 2025

20 Jahre Aktionsbündnis Patientensicherheit – Warum das Thema jeden Tag zählt

Am 17. September 2025 feierte das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) sein 20-jähriges Bestehen im Bundesgesundheitsministerium – und Jessica Hanneken durfte die Veranstaltung moderieren. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken eröffnete mit klaren Worten: „Patientensicherheit ist kein Luxus – sie ist Pflicht.“ Eine Botschaft, die den Kern trifft: Risiken in der Versorgung sind keine Ausnahme, sondern tägliche Realität. Werden sie nicht erkannt und verhindert, sind die Folgen oft dramatisch.

Never Events“ – Fehler, die niemals passieren dürften, wie die Amputation des falschen Beins – sind Jessica Hanneken seit Langem ein Begriff, ebenso wie die vielen Facetten der Patientensicherheit, die sie durch ihre langjährige Begleitung des APS kennengelernt hat. Doch das Jubiläum war ein besonderer Anlass, um innezuhalten und die Entwicklungen der letzten zwei Jahrzehnte noch einmal bewusst zu reflektieren. Dabei wurde erneut deutlich, wie dringlich und komplex die Herausforderungen sind – insbesondere im Umgang mit Sepsis.

„Patientensicherheit ist kein Luxus – sie ist Pflicht.“

Nina Warken, Bundesgesundheitsministerin

Jährlich erkranken in Deutschland rund 500.000 Menschen an einer Blutvergiftung, über 100.000 sterben daran oder mit ihr. Darunter auch mehrere Hunderte Neugeborene, Kinder und Jugendliche. Das Tragische: Viele dieser Todesfälle wären vermeidbar – durch frühe Diagnose und standardisierte Abläufe wie das „Sepsis-Bundle“, das Blutkulturen und die Gabe von Antibiotika innerhalb einer Stunde vorsieht. Jede Stunde Verzögerung erhöht die Sterblichkeit um bis zu acht Prozent. Patientensicherheit im Sinne der Prävention und Information könnte also in diesem Bereich viele Leben retten.
 
Doch selbst wer überlebt, ist oft nicht gesund. Drei Viertel der Überlebenden kämpfen mit Langzeitfolgen: verminderte Belastbarkeit bis hin zur Berufsunfähigkeit, eingeschränkte geistige Fähigkeiten, Seh-, Sprach- und Schluckstörungen, dauerhafte Pflegebedürftigkeit. Ein Drittel stirbt innerhalb eines Jahres nach der Entlassung. Die menschliche Tragödie ist enorm – und die wirtschaftliche ebenso: Die seit Jahrzehnten unverändert hohe Sepsis-Sterblichkeit und Langzeitfolgen verursachen Behandlungskosten von 32,7 Milliarden Euro jährlich, rund 6,5 Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben.
 
Diese Zahlen zeigen: Patientensicherheit ist kein theoretisches Konzept, sondern eine Frage von Leben und Tod – und von gesellschaftlicher Verantwortung.
Das APS hat in 20 Jahren viel bewegt: Patientensicherheit ist heute fester Bestandteil gesundheitspolitischer Entscheidungen, offene Fehlerkultur und praxisnahe Standards sind etabliert – von Medikationssicherheit bis Infektionsprävention. Doch die Arbeit ist nicht vorbei.
 
Früherkennung muss gestärkt, Schulungen für medizinisches Personal verbindlich werden, Patienten müssen aktiv eingebunden sein. Kampagnen wie #DeutschlandErkenntSepsis machen deutlich, wie wichtig Aufklärung ist.
Sepsis ist das beste Beispiel dafür, wie entscheidend strukturierte Prozesse sind. Patientensicherheit schützt Leben, senkt Kosten und bewahrt Vertrauen.

„Diese Zahlen zeigen: Patientensicherheit ist kein theoretisches Konzept, sondern eine Frage von Leben und Tod – und von gesellschaftlicher Verantwortung.“

Jessica Hanneken, VP Investment & Strategy Management und Mitglied der Geschäftsleitung

Das Jubiläum des APS erinnert uns: Sicherheit ist kein Zustand, sondern ein Prozess – und er betrifft uns alle.

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